Bathing Water Ordinance
Made 2008-01-16 · Text as of 2026-10-01
Public law and official guidance, published as research. Not legal, tax or financial advice.
About this law
- Original title
- Verordnung des Ministeriums für Arbeit und Soziales und des Umweltministeriums über die Qualität und die Bewirtschaftung der Badegewässer (Badegewässerverordnung - BadegVO).
- Language
- German
- Kind
- Regulation
- Organisation
- European Union
- Country
- Germany · Baden-Württemberg
- Subjects
- Water
- Keywords
- pollution control, freshwater pollution, monitoring, recreational water use, water resources management, classification/declassification, data collection/reporting, offences/penalties
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Seite 1 von 14 Gesamtes Gesetz Amtliche Abkürzung: BadegVO Ausfertigungsdatum: 16.01.2008 Gültig ab: 01.01.2008 Dokumenttyp: Verordnung Quelle: Fundstelle: GBl. 2008, 48 Gliede rungs-Nr: 7533 Verordnung des Sozialministeriums und des Umweltministeriums über die Qualität und die Bewirtschaftung der Badegewässer (Badegewässerverordnung - BadegVO) Vom 16. Januar 2008 Zum 03.12.2014 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe Stand: letzte berücksichtigte Änderung: §§ 2 und 6 geändert durch Artikel 10 des Gesetzes vom 3. Dezember 2013 (GBl. S. 389, 441) Auf Grund von § 14 a Abs. 1 Satz 3 des Wassergesetzes für Baden-Württemberg (WG) in der Fassung vom 20. Januar 2005 (GBl. S. 219, ber. S. 404) wird verordnet: § 1 Zweck und Anwendungsbereich (1) Diese Verordnung dient der Umsetzung der Richtlinie 2006/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Februar 2006 über die Qualität der Badegewässer und deren Bewirtschaftung und zur Aufhebung der Richtlinie 76/160/EWG (ABl. EU Nr. L 64 S. 37). Sie dient damit dem Schutz der Um welt und der Gesundheit des Menschen. (2) Sie bestimmt die Anforderungen an die Überwachung und Einstufung der Qualität von Badegewäs sern, die Bewirtschaftung der Badegewässer hinsichtlich ihrer Qualität und die Information der Öffent lichkeit über die Badegewässerqualität. (3) Sie gilt für Badegewässer. Badegewässer ist jeder Abschnitt eines Oberflächengewässers, bei dem die Gemeinde im Einvernehmen mit der unteren Gesundheitsbehörde und der unteren Wasserbehörde mit einer großen Zahl von Badenden rechnet und für den sie kein dauerhaftes Badeverbot erlassen hat oder nicht auf Dauer vom Baden abrät. (4) Diese Verordnung gilt nicht für 1. Schwimm- und Kurbecken, 2. abgegrenzte Gewässer, die einer Behandlung unterliegen oder für therapeutische Zwecke ge nutzt werden, 3. künstlich angelegte abgegrenzte Gewässer, die von den Oberflächengewässern und dem Grund wasser getrennt sind. § 2 Begriffsbestimmungen (1) Für die Zwecke dieser Verordnung gelten die Begriffsbestimmungen Seite 2 von 14 1. für Oberflächengewässer und Binnengewässer nach Artikel 2 der Richtlinie 2000/60/EG des Eu ropäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrah mens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik (ABl. EG Nr. L 327 S. 1) und nach § 2 Nummer 1 der Oberflächengewässerverordnung vom 20. Juli 2011 (BGBl. I S. 1429) in Verbindung mit § 3 Nummer 1 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585), 2. für Grundwasser und Einzugsgebiet nach § 3 Nummer 3 und 13 WHG sowie 3. für betroffene Öffentlichkeit nach Artikel 1 Abs. 2 der Richtlinie 85/337/EWG des Rates vom 27. Juni 1985 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Pro jekten (ABl. EG Nr. L 175 S. 40), zuletzt geändert durch Richtlinie 2003/35/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Mai 2003 (ABl. EU Nr. L 156 S. 17), entsprechend. (2) Weiterhin gelten die folgenden Begriffsbestimmungen: 1. Dauerhaft beziehungsweise auf Dauer: In Bezug auf ein Badeverbot oder auf ein Abraten vom Ba den eine Dauer von mindestens einer ganzen Badesaison; 2. Große Zahl: In Bezug auf Badende eine Zahl, die die Gemeinde im Einvernehmen mit der unteren Gesundheitsbehörde und der unteren Wasserbehörde unter Berücksichtigung insbesondere der bisherigen Entwicklungen oder der zur Förderung des Badens bereitgestellten Infrastruktur oder Einrichtungen oder aber anderer Maßnahmen dazu als groß erachtet; 3. Verschmutzung: Das Vorliegen einer mikrobiologischen Verunreinigung oder das Vorhandensein von anderen Organismen oder von Abfall, die die Qualität des Badegewässers beeinträchtigen und im Sinne der §§ 8 und 9 sowie der Anlage 1 Spalte A eine Gefahr für die Gesundheit der Ba denden darstellen; 4. Badesaison: Der Zeitraum, in dem mit einer großen Zahl von Badenden gerechnet werden kann. Dies ist der Zeitraum vom 1. Juni bis 15. September eines Kalenderjahres, soweit nicht die Ge meinde im Einvernehmen mit der unteren Gesundheitsbehörde unter Berücksichtigung der örtli chen oder meteorologischen Verhältnisse etwas anderes bestimmt; 5. Bewirtschaftungsmaßnahmen: Folgende in Bezug auf Badegewässer ergriffene Maßnahmen: a) Erstellung und regelmäßige Aktualisierung eines Badegewässerprofils, b) Erstellung eines Überwachungszeitplans, c) Überwachung der Badegewässer, d) Bewertung der Badegewässerqualität, e) Einstufung der Badegewässer, f) Ermittlung und Bewertung der Ursachen von Verschmutzungen, die sich auf die Badege wässer auswirken und die menschliche Gesundheit beeinträchtigen können, g) Information der Öffentlichkeit, h) Maßnahmen zur Vermeidung einer Exposition der Badenden gegenüber einer Verschmut zung, Seite 3 von 14 i) Maßnahmen zur Verringerung der Gefahr einer Verschmutzung, 6. Kurzzeitige Verschmutzung: Eine mikrobiologische Verunreinigung im Sinne der Anlage 1 Spalte A, a) die eindeutig feststellbare Ursachen hat, b) bei der normalerweise nicht damit gerechnet wird, dass sie die Qualität der Badegewässer mehr als ungefähr 72 Stunden ab Beginn der Beeinträchtigung beeinträchtigt, und c) für die die Gemeinde im Benehmen mit der unteren Verwaltungsbehörde, wie in Anlage 2 dargelegt, Verfahren zur Vorhersage (Anlage 2 jeweils Doppelbuchstaben aa) und entspre chende Abhilfemaßnahmen (Anlage 2 jeweils Doppelbuchstaben bb) festgelegt hat; 7. Ausnahmesituation: Ein Ereignis oder eine Kombination von Ereignissen, die sich auf die Quali tät der Badegewässer an der betreffenden Stelle auswirken und bei denen nicht damit gerechnet wird, dass sie durchschnittlich häufiger als einmal alle vier Jahre auftreten; 8. Datensatz über die Badegewässerqualität: Die Daten, die nach § 3 erhoben werden; 9. Bewertung der Badegewässerqualität: Der Prozess der Bewertung der Badegewässerqualität nach der in Anlage 2 beschriebenen Bewertungsmethode; 10. Massenvermehrung von Cyanobakterien: Ein kumuliertes Auftreten von Cyanobakterien in Form von Blüten, Matten oder Schlieren. § 3 Überwachung (1) Die Gemeinde bestimmt im Einvernehmen mit der unteren Gesundheitsbehörde und der unteren Wasserbehörde vor Beginn der Badesaison die Badegewässer und teilt sie mindestens zwei Monate vor Beginn der Badesaison, spätestens aber bis zum 28. Februar jeden Jahres dem Landesgesundheitsamt mit. Nachmeldungen sind im Einzelfall nach Absprache mit dem Landesgesundheitsamt möglich. (2) Die Qualität der Badegewässer ist mittels der in der Anlage 1 aufgeführten Parameter kurz vor und während der Badesaison entsprechend Anlage 4 zu überwachen. Die Überwachung obliegt der unteren Gesundheitsbehörde. Sie erfolgt in der Regel durch Besichtigungen, Probenahmen und Veranlassen der Analysen der Proben. Die Untersuchungsergebnisse werden von der untersuchenden Stelle der unte ren Gesundheitsbehörde sowie der Gemeinde mitgeteilt. Bei der Besichtigung ist im Sinne einer hygieni schen Gesamtbeurteilung auch darauf zu achten, dass die jeweils angrenzenden Landflächen, Toiletten und sonstigen sanitären Einrichtungen, Kioske und festen oder mobilen Geschäfte sowie sonstigen Ein richtungen in hygienischer Sicht nicht zu beanstanden sind und durch Abfälle keine hygienischen Pro bleme entstehen. (3) Die Überwachungsstelle ist die Stelle, an der die meisten Badenden erwartet werden oder an der nach dem Badegewässerprofil mit der größten Verschmutzungsgefahr gerechnet wird. (4) Das Landesgesundheitsamt erstellt für jedes Badegewässer vor Beginn jeder Badesaison einen Über wachungszeitplan. Die Überwachung ist bis spätestens vier Tage nach dem im Überwachungszeitplan angegebenen Datum durchzuführen. (5) Die bei kurzzeitiger Verschmutzung im Sinne von § 2 Abs. 2 Nr. 6 genommenen Proben können au ßer Acht gelassen werden. Sie werden durch nach Anlage 4 entnommene Proben ersetzt. (6) In Ausnahmesituationen kann der in Absatz 4 genannte Überwachungszeitplan ausgesetzt werden. Er wird nach Ende der Ausnahmesituation so bald wie möglich wieder aufgenommen. Nach Ende der Seite 4 von 14 Ausnahmesituation werden so bald wie möglich neue Proben genommen, um die auf Grund der Ausnah mesituation fehlenden Proben zu ersetzen. (7) Über jede Aussetzung des Überwachungszeitplans und die Gründe für die Aussetzung ist im jährli chen Bericht nach § 13 Abs. 2 zu informieren. (8) Die Analyse der Badegewässerqualität erfolgt nach den in Anlage 1 aufgeführten Referenzmethoden und nach den in Anlage 5 aufgeführten Regeln. Andere Methoden und Regeln können angewendet wer den, wenn nachgewiesen ist, dass die mit ihnen erzielten Ergebnisse den Ergebnissen gleichwertig sind, die bei Anwendung der in Anlage 1 aufgeführten Methoden und der in Anlage 5 aufgeführten Regeln er zielt werden. Andere Methoden oder Regeln dürfen nur angewendet werden, wenn das Umweltbundes amt ihre Gleichwertigkeit allgemein festgestellt und sie im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht hat. (9) Die untere Gesundheitsbehörde teilt ihre Überwachungsergebnisse dem Landesgesundheitsamt und der Gemeinde, sofern diese ihnen nicht vorliegen, sowie der unteren Wasserbehörde mit. § 4 Bewertung der Badegewässerqualität (1) Die Bewertung der Badegewässerqualität erfolgt für jedes Badegewässer nach dem Ende jeder Ba desaison auf der Grundlage der für die betreffende Badesaison und die drei vorangegangenen Badesai sons nach § 3 Abs. 2 ermittelten und zusammengestellten Datensätze über die Badegewässerqualität und nach dem in Anlage 2 festgelegten Verfahren. Die Bewertung obliegt dem Landesgesundheitsamt. (2) Die für die Bewertung der Badegewässerqualität verwendeten Datensätze umfassen stets mindes tens 16 Proben oder, unter den in Anlage 4 Nr. 2 genannten besonderen Umständen, zwölf Proben. (3) Sofern entweder 1. die Anforderungen des Absatzes 2 erfüllt sind oder 2. der Datensatz über die Badegewässerqualität, der für die Bewertung bei Badegewässern mit ei ner Badesaison, deren Dauer acht Wochen nicht überschreitet, verwendet wird, mindestens acht Proben umfasst kann eine Bewertung der Badegewässerqualität jedoch auf der Grundlage eines Datensatzes über die Badegewässerqualität erfolgen, der weniger als vier Badesaisons umfasst, wenn das Badegewässer neu bestimmt worden ist oder Änderungen eingetreten sind, die voraussichtlich die Einstufung des Bade gewässers nach § 5 berühren. In diesem Fall erfolgt die Bewertung der Badegewässerqualität auf der Grundlage eines Datensatzes über die Badegewässerqualität, der lediglich auf den Ergebnissen der nach den Änderungen genommenen Proben beruht. (4) Bestehende Badegewässer können unter Berücksichtigung der Bewertungen der Badegewässerqua lität unterteilt oder gruppiert werden. Bestehende Badegewässer können nur dann gruppiert werden, wenn sie zusammenhängend sind, in den vorausgegangenen vier Jahren jeweils ähnliche Bewertungen nach den Absätzen 1 und 2 erhalten haben und Badegewässerprofile besitzen, die gemeinsame oder keine Risikofaktoren aufweisen. § 5 Einstufung und qualitativer Zustand der Badegewässer (1) Das Landesgesundheitsamt stuft auf der Grundlage der nach § 4 durchgeführten Bewertung der Ba degewässerqualität die Badegewässer entsprechend den Kriterien der Anlage 2 als »mangelhaft«, »aus reichend«, »gut« oder »ausgezeichnet« ein. (2) Die erste Einstufung nach den Anforderungen dieser Verordnung ist bis zum Ende der Badesaison 2011 abzuschließen. (3) Die Gemeinde sorgt im Benehmen mit der unteren Verwaltungsbehörde dafür, dass zum Ende der Badesaison 2015 alle Badegewässer zumindest »ausreichend« sind. Sie ergreift wirksame und verhält Seite 5 von 14 nismäßige Maßnahmen, die sie als zur Erhöhung der Zahl der als »ausgezeichnet« oder als »gut« einge stuften Badegewässer für geeignet erachtet. (4) Unbeschadet der Anforderungen des Absatzes 3 entsprechen zeitweilig als »mangelhaft« eingestuf te Badegewässer dennoch den Anforderungen, wenn bei jedem dieser Badegewässer mit Wirkung ab der Badesaison, die auf diese Einstufung folgt, folgende Maßnahmen ergriffen werden: 1. angemessene Bewirtschaftungsmaßnahmen, einschließlich eines Badeverbots oder des Abratens vom Baden, 2. Beschreibung der Ursachen des Nichterreichens der »ausreichenden« Qualität, 3. angemessene Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung oder Beseitigung der Ursachen der Verschmutzung und 4. in Übereinstimmung mit § 12 ein deutlicher und einfacher Warnhinweis für die Öffentlichkeit und zusätzliche Unterrichtung über die Gründe für die Verschmutzung und die auf der Grundlage des Badegewässerprofils ergriffenen Maßnahmen. (5) Wird ein Badegewässer in fünf aufeinander folgenden Jahren als »mangelhaft« eingestuft, so wird auf Dauer das Baden verboten oder auf Dauer vom Baden abgeraten. Die Ortspolizeibehörde kann im Einvernehmen mit der unteren Gesundheitsbehörde vor Ende des Fünfjahreszeitraums auf Dauer das Baden verbieten, wenn sie der Ansicht ist, dass die Maßnahmen zum Erreichen der »ausreichenden« Qualität nicht durchführbar oder unverhältnismäßig teuer wären. § 6 Badegewässerprofile (1) Badegewässerprofile werden auf Veranlassung des Landesgesundheitsamtes nach Anlage 3 von der unteren Verwaltungsbehörde im Benehmen mit der Gemeinde erstellt und dem Landesgesundheits amt mitgeteilt. Jedes Badegewässerprofil kann sich auf ein einziges Badegewässer oder auf mehrere zu sammenhängende Badegewässer erstrecken. Die ersten Badegewässerprofile werden bis zum 24. März 2011 erstellt. (2) Die Badegewässerprofile werden nach Anlage 3 überprüft und aktualisiert. (3) Bei der Erstellung, Überprüfung und Aktualisierung der Badegewässerprofile werden die bei der Überwachung und den Bewertungen nach den rechtlichen Regelungen zur Umsetzung der Richtlinie 2000/60/EG erhobenen Daten, die für die vorliegende Verordnung von Belang sind, auf angemessene Weise genutzt. Diese Daten werden von der nach § 83 des Wassergesetzes für Baden-Württemberg zu ständigen Behörde zur Verfügung gestellt. (4) Zusätzlich erforderliche Daten werden von der unteren Verwaltungsbehörde erhoben. § 7 Bewirtschaftungsmaßnahmen in Ausnahmesituationen, Maßnahmen bei hohen Einzelwerten Die Gemeinde trägt dafür Sorge, dass rechtzeitige und angemessene Bewirtschaftungsmaßnahmen ge troffen werden, wenn sie von unerwarteten Situationen Kenntnis erhält, die sich negativ auf die Badege wässerqualität und auf die Gesundheit der Badenden auswirken oder bei denen nach vernünftiger Ein schätzung mit solchen Auswirkungen zu rechnen ist. Diese Maßnahmen schließen die Information des Landesgesundheitsamtes sowie der Öffentlichkeit und erforderlichenfalls ein zeitweiliges Badeverbot durch die Ortspolizeibehörde ein. Auf kurzzeitige Verschmutzungen finden Sätze 1 und 2 entsprechende Anwendung. § 8 Gefährdung durch Cyanobakterien Seite 6 von 14 (1) Deutet das Profil des Badegewässers auf ein Potential für eine Massenvermehrung von Cyanobakte rien hin, so führt die untere Gesundheitsbehörde eine geeignete Überwachung durch, damit Gefahren für die Gesundheit rechtzeitig erkannt werden können. (2) Kommt es zu einer Massenvermehrung von Cyanobakterien und wird eine Gefährdung der Gesund heit festgestellt oder vermutet, so ergreift die Gemeinde unverzüglich angemessene Bewirtschaftungs maßnahmen zur Vermeidung einer Exposition gegenüber dieser Gefahr, einschließlich der Information der Öffentlichkeit. § 9 Andere Parameter (1) Deutet das Profil des Badegewässers auf eine Tendenz zur Massenvermehrung von Makroalgen oder von Phytoplankton hin, so führt die untere Verwaltungsbehörde geeignete Maßnahmen durch, um fest zustellen, ob deren Vorhandensein akzeptiert werden kann, und um die Gefahren für die Gesundheit zu bestimmen. Die Gemeinde ergreift auf Veranlassung der unteren Verwaltungsbehörde angemessene Bewirtschaftungsmaßnahmen, einschließlich der Information der Öffentlichkeit. (2) Badegewässer werden im Rahmen der Überwachung nach § 3 einer Sichtkontrolle auf Verschmut zungen wie etwa teerhaltige Rückstände, Glas, Plastik, Gummi oder andere Abfälle unterzogen. Wird ei ne derartige Verschmutzung festgestellt, so ergreift die Gemeinde auf Veranlassung der unteren Ge sundheitsbehörde angemessene Bewirtschaftungsmaßnahmen, einschließlich, wenn notwendig, der In formation der Öffentlichkeit. § 10 Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Gewässern Kommt es in einem Einzugsgebiet zu Auswirkungen auf die Badegewässerqualität, die die Landes- oder Staatsgrenzen überschreiten, so arbeitet die untere Verwaltungsbehörde erforderlichenfalls in Abstim mung mit den zuständigen obersten Landesbehörden mit den zuständigen Behörden des betroffenen Landes oder des betroffenen Mitgliedstaates der Europäischen Gemeinschaft zusammen; dies schließt einen angemessenen Informationsaustausch und gemeinsame Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Aus wirkungen ein. § 11 Beteiligung der Öffentlichkeit Die Gemeinde fördert im Einvernehmen mit der unteren Gesundheitsbehörde die Beteiligung der Öf fentlichkeit an der Umsetzung dieser Verordnung und stellt sicher, dass die betroffene Öffentlichkeit die Möglichkeit hat 1. zu erfahren, wie sie sich beteiligen kann, und 2. Vorschläge, Bemerkungen und Beschwerden vorzubringen. Dies bezieht sich insbesondere auf die Erstellung, die Überprüfung und die Aktualisierung der Badege wässerlisten nach § 3 Abs. 1. § 12 Information der Öffentlichkeit (1) Die Gemeinde sorgt im Einvernehmen mit der unteren Gesundheitsbehörde dafür, dass während der Badesaison folgende Informationen aktiv verbreitet und unverzüglich an leicht zugänglicher Stelle in nächster Nähe jedes Badegewässers bereitgestellt werden: 1. die aktuelle Einstufung des Badegewässers sowie ein Badeverbot oder ein Abraten vom Baden mittels deutlicher und einfacher Zeichen und Symbole nach näherer Maßgabe entsprechend den Festlegungen nach Artikel 15 Abs. 2 der Richtlinie 2006/7/EG, Seite 7 von 14 2. eine allgemeine, nicht fachsprachliche Beschreibung des Badegewässers auf der Grundlage des nach Anlage 3 erstellten Badegewässerprofils, 3. bei Badegewässern, die für kurzzeitige Verschmutzungen anfällig sind: a) eine Mitteilung darüber, dass das Badegewässer für kurzzeitige Verschmutzungen anfällig ist, b) eine Angabe der Zahl der Tage in der vorangegangenen Badesaison, an denen es auf Grund einer derartigen Verschmutzung ein Badeverbot gegeben hat oder vom Baden ab geraten wurde, und c) eine Warnung immer dann, wenn eine derartige Verschmutzung vorhergesagt wird oder vorliegt, 4. Informationen über die Art und voraussichtliche Dauer von Ausnahmesituationen während derar tiger Ereignisse, 5. wenn das Baden verboten oder davon abgeraten wird, einen Hinweis zur Information der Öffent lichkeit mit Angabe von Gründen, 6. wenn auf Dauer das Baden verboten oder auf Dauer vom Baden abgeraten wird, die Informati on, dass es sich bei dem betreffenden Bereich nicht mehr um ein Badegewässer handelt, und die Gründe für die Aufhebung der Bestimmung als Badegewässer, und 7. eine Angabe der Quellen weiter gehender Informationen nach Absatz 2. (2) Das Landesgesundheitsamt und die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden Württemberg nutzen im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Soziales und des Umweltministeriums geeignete Medien und Technologien einschließlich des Internets, um die in Absatz 1 genannten Informa tionen über Badegewässer sowie folgende weitere Informationen aktiv und unverzüglich, gegebenen falls in mehreren Sprachen, zu verbreiten: 1. eine Liste der Badegewässer, 2. die Einstufung jedes Badegewässers in den vorangegangenen drei Jahren und sein Badegewäs serprofil einschließlich der Ergebnisse der nach dieser Verordnung seit der letzten Einstufung durchgeführten Überwachung, 3. bei Badegewässern, die als »mangelhaft« eingestuft werden, Informationen über die Ursachen der Verschmutzung und die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um eine Exposition der Badenden gegenüber der Verschmutzung zu verhindern und gegen die Ursachen der Verschmutzung nach § 5 Abs. 4 anzugehen, und 4. bei Badegewässern, die für eine kurzzeitige Verschmutzung anfällig sind, allgemeine Informatio nen über a) die Umstände, die zu einer kurzzeitigen Verschmutzung führen können, b) die Wahrscheinlichkeit einer solchen Verschmutzung und ihre voraussichtliche Dauer und c) die Ursachen der Verschmutzung und die Maßnahmen, die getroffen wurden, um eine Ex position der Badenden gegenüber der Verschmutzung zu verhindern und die Ursachen der Verschmutzung anzugehen. Seite 8 von 14 Die in Nummer 1 genannte Liste wird jedes Jahr vor dem Beginn der Badesaison zur Verfügung gestellt. Die Überwachungsergebnisse nach Nummer 2 werden nach Abschluss der Analyse im Internet zur Ver fügung gestellt. (3) Die Gemeinde und die untere Verwaltungsbehörde teilen dem Landesgesundheitsamt laufend alle nach Absatz 2 erforderlichen Daten mit; dabei kann vom Landesgesundheitsamt bestimmt werden, dass die Daten auf Datenträgern oder auf anderem elektronischen Weg übermittelt werden und die übermit telten Daten mit einer bestimmten Schnittstelle kompatibel sind. Das Landesgesundheitsamt teilt der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg laufend die zur Erfüllung ih rer Aufgaben nach Absatz 2 erforderlichen Daten mit. (4) Die in den Absätzen 1 und 2 aufgeführten Informationen werden, sobald sie zur Verfügung stehen, jedoch spätestens mit Wirkung ab Beginn der Badesaison 2012 verbreitet. Dabei nutzen die Behörden nach Möglichkeit geografische Informationssysteme und achten auf die präzise und einheitliche Darstel lung der Informationen, insbesondere durch die Verwendung von Zeichen und Symbolen. § 13 Berichterstattung (1) Die untere Gesundheitsbehörde meldet dem Landesgesundheitsamt jährlich bis zu dem in § 3 Abs. 1 genannten Zeitpunkt alle Badegewässer, einschließlich der Gründe für jede Änderung gegenüber dem Vorjahr. (2) Die untere Gesundheitsbehörde übermittelt dem Landesgesundheitsamt bis zum 31. Oktober jeden Jahres für die vorangegangene Badesaison die Überwachungsergebnisse und eine Beschreibung der wichtigsten Bewirtschaftungsmaßnahmen, die ergriffen wurden, soweit diese Daten nicht bereits vorlie gen. Dies schließt auch die Gründe für die Aussetzung eines Überwachungszeitplans nach § 3 Abs. 7 mit ein. (3) Das Landesgesundheitsamt kann bestimmen, dass die Daten nach den Absätzen 1 und 2 auf Daten trägern oder auf anderem elektronischen Weg übermittelt werden und die übermittelten Daten mit ei ner bestimmten Schnittstelle kompatibel sind. Das Landesgesundheitsamt liefert diese Daten an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit oder eine von ihm benannte Stelle zur Weitergabe an die Kommission der Europäischen Gemeinschaft. § 14 Inkrafttreten Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. Januar 2008 in Kraft. Zugleich tritt die Badegewässerverord nung vom 1. August 1999 (GBl. S. 389) außer Kraft. Stuttgart, den 16. Januar 2008 Ministerium für Arbeit und Soziales Dr. Stolz Umweltministerium Gönner Anlage 1 (zu § 2 Abs. 2 Nr. 3 und 6 und § 3 Abs. 2 und 8) Parameter für Binnengewässer A B C D E Seite 9 von 14 Parameter Aus gezeichnete Qualität Gute Qualität Aus reichende Qualität Referenz analyse methoden ***) 1 Intestinale Ente rokokken (KBE/100 ml) 200 *) 400 *) 330 **) ISO 7899-1 oder ISO 7899-2 2 Escherichia coli (KBE/100 ml) 500 *) 1000 *) 900 **) ISO 9308-3 Fußnoten ***) Diese Normen liegen als DIN EN ISO-Normen mit gleicher Nummerierung in deutscher Sprache vor. *) Auf der Grundlage einer 95-Perzentil-Bewertung. Siehe Anlage 2. *) Auf der Grundlage einer 95-Perzentil-Bewertung. Siehe Anlage 2. **) Auf der Grundlage einer 90-Perzentil-Bewertung. Siehe Anlage 2. *) Auf der Grundlage einer 95-Perzentil-Bewertung. Siehe Anlage 2. *) Auf der Grundlage einer 95-Perzentil-Bewertung. Siehe Anlage 2. **) Auf der Grundlage einer 90-Perzentil-Bewertung. Siehe Anlage 2. Anlage 2 (zu § 2 Abs. 2 Nr. 6 Buchst. c und Nr. 9, und § 4 Abs. 1 und § 5 Abs. 1) Bewertung und Einstufung von Badegewässern 1. Mangelhafte Qualität Badegewässer sind als »mangelhaft« einzustufen, wenn im Datensatz über die Badegewässer qualität für den letzten Bewertungszeitrauma die Perzentil-Werteb bei den mikrobiologischen Werten schlechterc sind als die in Anlage 1 Spalte D für die »ausreichende Qualität« festgelegten Werte. 2. Ausreichende Qualität Badegewässer sind als »ausreichend« einzustufen, a) wenn im Datensatz für die Badegewässerqualität für den letzten Bewertungszeitraum die Perzentil-Werte bei den mikrobiologischen Werten genau so gut wie oder besserd als die in Anlage 1 Spalte D für die »ausreichende Qualität« festgelegten Werte sind und b) für den Fall, dass das Badegewässer für kurzzeitige Verschmutzungen anfällig ist, wenn Folgendes gilt: aa) Es werden angemessene Bewirtschaftungsmaßnahmen getroffen, wozu auch Beob achtungsmaßnahmen, Frühwarnsysteme und Überwachung gehören, damit eine Ex Seite 10 von 14 position der Badenden durch eine entsprechende Warnung oder erforderlichenfalls durch ein Badeverbot verhindert wird; bb) es werden angemessene Bewirtschaftungsmaßnahmen getroffen, um die Ursachen der Verschmutzung zu vermeiden, zu verringern oder zu beseitigen; und cc) die Zahl der Proben, die bei kurzzeitiger Verschmutzung während des letzten Be wertungszeitraums nach § 3 Abs. 5 außer Acht gelassen wurden, stellt nicht mehr als 15 Prozent der Gesamtzahl der in den Überwachungszeitplänen für den betref fenden Zeitraum vorgesehenen Proben dar oder es handelt sich um höchstens eine Probe je Badesaison, je nachdem, welche Zahl größer ist. 3. Gute Qualität Badegewässer sind als »gut« einzustufen, a) wenn im Datensatz für die Badegewässerqualität für den letzten Bewertungszeitraum die Perzentil-Werte bei den mikrobiologischen Werten genau so gut wie oder besser als die in Anlage 1 Spalte C für die »gute Qualität« festgelegten Werte sind und b) für den Fall, dass das Badegewässer für kurzzeitige Verschmutzungen anfällig ist, wenn Folgendes gilt: aa) Es werden angemessene Bewirtschaftungsmaßnahmen getroffen, wozu auch Beob achtungsmaßnahmen, Frühwarnsysteme und Überwachung gehören, damit eine Ex position der Badenden durch eine entsprechende Warnung oder erforderlichenfalls durch ein Badeverbot verhindert wird; bb) es werden angemessene Bewirtschaftungsmaßnahmen getroffen, um die Ursachen der Verschmutzung zu vermeiden, zu verringern oder zu beseitigen; und cc) die Zahl der Proben, die bei kurzzeitiger Verschmutzung während des letzten Be wertungszeitraums nach § 3 Abs. 5 außer Acht gelassen wurden, stellt nicht mehr als 15 Prozent der Gesamtzahl der in den Überwachungszeitplänen für den betref fenden Zeitraum vorgesehenen Proben dar oder es handelt sich um höchstens eine Probe je Badesaison, je nachdem, welche Zahl größer ist. 4. Ausgezeichnete Qualität Badegewässer sind als »ausgezeichnet« einzustufen, a) wenn im Datensatz für die Badegewässerqualität für den letzten Bewertungszeitraum die Perzentil-Werte bei den mikrobiologischen Werten genau so gut wie oder besser als die in Anlage 1 Spalte B für die »ausgezeichnete Qualität« festgelegten Werte sind und b) für den Fall, dass das Badegewässer für kurzzeitige Verschmutzungen anfällig ist, wenn Folgendes gilt: aa) Es werden angemessene Bewirtschaftungsmaßnahmen getroffen, wozu auch Beob achtungsmaßnahmen, Frühwarnsysteme und Überwachung gehören, damit eine Ex position der Badenden durch eine entsprechende Warnung oder erforderlichenfalls durch ein Badeverbot verhindert wird; Seite 11 von 14 bb) es werden angemessene Bewirtschaftungsmaßnahmen getroffen, um die Ursachen der Verschmutzung zu vermeiden, zu verringern oder zu beseitigen; und cc) die Zahl der Proben, die bei kurzzeitiger Verschmutzung während des letzten Be wertungszeitraums nach § 3 Abs. 5 außer Acht gelassen wurden, stellt nicht mehr als 15 Prozent der Gesamtzahl der in den Überwachungszeitplänen für den betref fenden Zeitraum vorgesehenen Proben dar oder es handelt sich um höchstens eine Probe je Badesaison, je nachdem, welche Zahl größer ist. Anmerkungen • a »Letzter Bewertungszeitraum« bezeichnet die letzten vier Badesaisons oder gegebenenfalls den in § 4 Abs. 3 angegebenen Zeitraum. b Auf der Grundlage einer Bestimmung der Perzentil-Werte der log10- Normalwahrscheinlichkeitsdichtefunktion mikrobiologi scher Daten des jeweiligen Badegewässers wird der Perzentil-Wert wie folgt abgeleitet: 1. Ausgangswert ist der log10 -Wert aller Bakterienwerte in der zu bewertenden Datensequenz. (Wird ein Nullwert ermit telt, so wird stattdessen der log10 -Wert der unteren Nachweisgrenze der verwendeten Analysemethode zugrunde ge legt.) 2. Es wird das arithmetische Mittel der log10 -Werte (µ) berechnet. 3. Es wird die Standardabweichung der log10 -Werte (σ) berechnet. Der obere 90-Perzentil-Wert der Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion der Daten wird aus folgender Gleichung abgeleitet: oberer 90-Perzentil-Wert = Antilog (µ + 1,282 σ). Der obere 95-Perzentil-Wert der Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion der Daten wird aus folgender Gleichung abgeleitet: oberer 95-Perzentil-Wert = Antilog (µ + 1,65 σ). c »Schlechter« bedeutet höhere Konzentrationen, ausgedrückt in KBE/100 ml. d »Besser« bedeutet niedrigere Konzentrationen, ausgedrückt in KBE/100 ml. Anlage 3 (zu § 6 Abs. 1 und 2 und § 12 Abs. 1 Nr. 2) Badegewässerprofil 1. Das Badegewässerprofil nach § 6 umfasst a) eine nach der Richtlinie 2000/60/EG erstellte Beschreibung der für die Zwecke der Um setzung der Richtlinie 2006/7/EG relevanten physikalischen, geografischen und hydrologi schen Eigenschaften des Badegewässers und anderer Oberflächengewässer im Einzugsge biet des betreffenden Badegewässers, die eine Verschmutzungsquelle sein könnten; b) eine Ermittlung und Bewertung aller Verschmutzungsursachen, die das Badegewässer und die Gesundheit der Badenden beeinträchtigen könnten; c) eine Bewertung der Gefahr der Massenvermehrung von Cyanobakterien; Seite 12 von 14 d) eine Bewertung der Gefahr der Massenvermehrung von Makroalgen und/oder Phytoplank ton; e) folgende Angaben, wenn die Bewertung nach Buchstabe b die Gefahr einer kurzzeitigen Verschmutzung erkennen lässt: aa) voraussichtliche Art, Häufigkeit und Dauer der erwarteten kurzzeitigen Verschmut zung; bb) Einzelangaben zu allen verbleibenden sonstigen Verschmutzungsursachen ein schließlich der ergriffenen Bewirtschaftungsmaßnahmen und dem Zeitplan für die Beseitigung der Verschmutzungsursachen; cc) während der kurzzeitigen Verschmutzung ergriffene Bewirtschaftungsmaßnahmen mit Angabe der für diese Maßnahmen zuständigen Stellen und der Einzelheiten für eine Kontaktaufnahme; f) die Lage der Überwachungsstelle. 2. Bei Badegewässern, die als »gut«, »ausreichend« oder »mangelhaft« eingestuft sind, ist das Ba degewässerprofil regelmäßig zu überprüfen, um festzustellen, ob sich die in Nummer 1 aufge führten Aspekte verändert haben. Erforderlichenfalls ist das Profil zu aktualisieren. Die Häufigkeit und der Umfang der Überprüfungen sind nach Maßgabe der Art und Schwere der Verschmutzung festzulegen. Die Überprüfungen müssen jedoch zumindest den in der nachstehenden Übersicht genannten Vorgaben entsprechen und mindestens in der dort angegebenen Häufigkeit erfolgen. Einstufung des Badegewäs sers »Gut« »Ausreichend« »Mangelhaft« Überprüfung mindestens al le 4 Jahre 3 Jahre 2 Jahre Zu überprüfende Aspek te (Buchstaben der Num mer 1) a bis f a bis f a bis f Bei Badegewässern, die zuvor als »ausgezeichnet« eingestuft wurden, ist das Badegewässerpro fil nur dann zu überprüfen und erforderlichenfalls zu aktualisieren, wenn sich die Einstufung in »gut«, »ausreichend« oder »mangelhaft« ändert. Die Überprüfung muss alle in Nummer 1 ge nannten Aspekte erfassen. 3. Sind am Badegewässer selbst oder in dessen Nähe umfangreiche Bauarbeiten oder Änderungen der Infrastruktur erfolgt, so ist das Badegewässerprofil vor dem Beginn der nächsten Badesaison zu aktualisieren. 4. Die in Nummer 1 Buchst. a und b genannten Informationen werden soweit möglich auf einer de taillierten Karte dargestellt. 5. Sonstige relevante Informationen können beigefügt oder einbezogen werden, wenn die untere Verwaltungsbehörde dies für angemessen erachtet. Seite 13 von 14 6. Die Erstellung der Badegewässerprofile erfolgt nach den Vorgaben, die das Landesgesundheits amt im Einvernehmen mit der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden Württemberg erstellt. Anlage 4 (zu § 3 Abs. 2 und 5 und § 4 Abs. 2) Überwachung der Badegewässer 1. Kurz vor Beginn jeder Badesaison ist eine Probenahme vorzunehmen. Unter Einbeziehung dieser zusätzlichen Probenahme und vorbehaltlich der Nummer 2 darf die Anzahl der pro Badesaison genommenen und analysierten Proben nicht weniger als vier betragen. 2. Aus einem Badegewässer brauchen jedoch nur drei Proben pro Badesaison entnommen und ana lysiert zu werden, wenn a) die Badesaison nicht länger als acht Wochen dauert oder b) sich das Badegewässer in einer Region in schwieriger geografischer Lage befindet. 3. Die Probenahmen müssen über die gesamte Badesaison verteilt sein, und der Zeitraum zwischen den Daten für die Probenahmen darf auf keinen Fall einen Monat überschreiten. 4. Bei einer kurzzeitigen Verschmutzung ist eine zusätzliche Probenahme vorzunehmen, um festzu stellen, dass das Verschmutzungsereignis beendet ist. Diese Probe ist nicht Bestandteil des Da tensatzes über die Badegewässerqualität. Zum Ersatz einer außer Acht gelassenen Probe ist sie ben Tage nach Ende der kurzzeitigen Verschmutzung eine zusätzliche Probenahme vorzuneh men. Anlage 5 (zu § 3 Abs. 8) Regeln für den Umgang mit Proben für Mikrobiologische Analysen 1. Entnahmestelle Nach Möglichkeit sind die Proben 30 cm unter der Oberfläche des Gewässers bei einer Wassertie fe von mindestens 1 m zu entnehmen. 2. Sterilisierung der Probenbehältnisse Die Probenbehältnisse sind für mindestens 15 Minuten bei 121 °C im Autoklav zu sterilisieren oder für mindestens 1 Stunde bei 160 °C bis 170 °C trocken zu sterilisieren oder müssen strahlensterilisierte Probenbehältnisse sein, die direkt vom Hersteller bezogen werden. 3. Probenahme Seite 14 von 14 Das Volumen des Probenbehältnisses hängt davon ab, welche Wassermenge für die Untersu chung der einzelnen Parameter benötigt wird. Der Mindestinhalt beträgt in der Regel 250 ml. Die Probenbehältnisse haben aus transparentem, nicht gefärbtem Material zu bestehen (Glas, Po lyethylen oder Polypropylen). Zur Vermeidung einer unbeabsichtigten Kontaminierung der Proben ist bei der Probenahme ein aseptisches Verfahren anzuwenden, damit die Sterilität des Probenbehältnisses erhalten bleibt. Wird ordnungsgemäß vorgegangen, besteht kein Bedarf an zusätzlicher steriler Ausrüstung (zum Beispiel sterile Handschuhe, Zangen oder Stangen). Die Probe ist auf dem Behältnis und auf dem Probenahmeformular eindeutig mit nicht löschbarer Farbe zu kennzeichnen. 4. Lagerung und Transport der Proben vor der Analyse Die Wasserproben sind während des gesamten Transports vor Lichteinwirkung und insbesondere vor direktem Sonnenlicht zu schützen. Die Probe ist bis zur Ankunft im Labor in einer Kühlbox oder in einem Kühlschrank (je nach Klima bedingungen) bei einer Temperatur von ca. 4 °C aufzubewahren. Nimmt der Transport ins Labor voraussichtlich mehr als vier Stunden in Anspruch, so ist ein Transport im Kühlschrank erforderlich. Zwischen der Probenahme und der Analyse darf so wenig Zeit wie möglich verstreichen. Es wird empfohlen, die Proben noch am gleichen Arbeitstag zu analysieren. Ist dies aus praktischen Gründen nicht möglich, so sind die Proben innerhalb höchstens 24 Stunden zu bearbeiten. Sie sind bis dahin im Dunkeln bei einer Temperatur von 4 °C ± 3 °C aufzubewahren. © juris GmbH