Austrian Photovoltaic Strategy
Made 2024 · Text as of 2026-10-01
Public law and official guidance, published as research. Not legal, tax or financial advice.
About this law
- Original title
- Österreichische Photovoltaik-Strategie.
- Language
- German
- Kind
- policy
- Country
- Austria
- Subjects
- Energy
- Keywords
- business/industry/corporations, ecofriendly products/ecofriendly processes, emissions, energy conservation/energy production, environmental planning, protection of environment, renewable energy, innovation, policy/planning
- Categories
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3.2 Innovative Beiträge zum Gesamt-Energiesystemumbau .............................................. 11
3.3 Wirtschaftliche PV-Anlagen garantieren leistbaren Strom ........................................... 11
3.4 Hohe Akzeptanz ............................................................................................................. 11
3.5 Hohe heimische Wertschöpfung und Arbeitsplätze ...................................................... 12
3.6 Partizipation der Bürger:innen ...................................................................................... 12 4 Ausbaupotential der PV in Österreich ....................................................................... 13 5 Ein strategischer Ausbauprozess ............................................................................... 16 6 Aktionsfelder und Maßnahmen ................................................................................ 18
6.1 Aktionsfeld „Rechtlicher Rahmen“ ................................................................................ 19
6.1.1 Maßnahmen......................................................................................................... 20
6.2 Aktionsfeld „Energieinfrastrukturen“ ............................................................................ 23
6.2.1 Maßnahmen......................................................................................................... 24 6.3 Aktionsfeld „Wirtschaftlicher Photovoltaik-Anlagenbetrieb“ ....................................... 25
6.3.1 Maßnahmen......................................................................................................... 25
6.4 Aktionsfeld „Akzeptanz“ ................................................................................................ 27
6.4.1 Maßnahmen......................................................................................................... 27
6.5 Aktionsfeld „Heimische PV-Wirtschaft“ ........................................................................ 29
6.5.1 Maßnahmen......................................................................................................... 30 6.6 Aktionsfeld „Forschung-Technologie-Innovation (FTI)“ ................................................ 32
6.6.1 Maßnahmen......................................................................................................... 32
6.7 Aktionsfeld „Partizipation“ ............................................................................................ 34
6.7.1 Maßnahmen......................................................................................................... 34 7 Zusammenfassung .................................................................................................... 36 Abbildungsverzeichnis.................................................................................................. 37 Literaturverzeichnis ..................................................................................................... 38 Abkürzungen................................................................................................................ 41 Österreichische Photovoltaik-Strategie 5 von 44 1 Kurzfassung Der Ausbau der Photovoltaik (PV) zählt zu den wesentlichsten Umbaumaßnahmen des Ener giesystems in Österreich. Bis 2040 wird sich Österreich vollkommen von den fossilen Ener giequellen lösen. Das hat viele Vorteile: Größere Unabhängigkeit, umweltfreundliche und risikoarme Energiebereitstellung sowie höhere heimische Wertschöpfung. Geschwindigkeit und Art des Umbaus sind wesentliche Kriterien für den Erfolg der Energiewende. Dieses Strategiedokument zeigt auf, welche Maßnahmen erforderlich sind, damit der PV-Sektor diesen Wandel zum optimalen Nutzen für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen mit gestaltet. Im Jahr 2040 wird Photovoltaik eine wesentliche Säule der österreichischen Energieversor gung sein, die etwa 20 % des Energiebedarfes des Landes decken kann. PV ist somit ein wesentlicher Baustein für das Erreichen der Klimaneutralität. Die vorliegende Strategie definiert Aktionsfelder und daraus abgeleitete Maßnahmen, um die notwendigen Rahmenbedingungen für die Zielerreichung sicherzustellen. Ein konstruk tives Zusammenwirken der wesentlichsten Akteur:innen auf Bundes-, Landes- und Gemein deebene, der E-Control, der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Interessensvertretungen im Netzausbau und -betrieb sowie in der Normung, ist dabei entscheidend und weiter zu intensivieren. Als Aktionsfelder werden der rechtliche Rahmen, die technischen und systemischen Fragen wie die Weiterentwicklung der öffentlichen Stromnetze und der weiteren Energieinfra struktur, die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlagen, die Akzeptanzerhaltung bei der Bevölke rung, Forschung-Technologie-Innovation (FTI) und die Chancen für die heimische PV-Wirt schaft definiert. Die aktive Partizipation der Bevölkerung am Energiewendeprozess bzw. de ren Rolle in einem 100 % klimaneutralen Energiesystem ist ein übergeordnetes Aktionsfeld der PV-Strategie. 6 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie 2 Einleitung Mit diversen Initiativen und Rechtsakten auf EU-Ebene, wie der am 20.11.2023 in Kraft ge tretenen EU-Erneuerbaren-Richtlinie (RED III), wurde ein klarer Rahmen gesetzt, um Europa rasch unabhängiger und klimafreundlicher in der Energieversorgung zu machen. Das euro päische Ziel für den mindesten Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch wurde von bisher 32 % auf 42,5 % (45 % sind anzustreben) bis 2030 deutlich angehoben. Das bedeutet eine Verdoppelung des Anteils erneuerbarer Energien gegenüber dem er reichten Stand 2021 von knapp 22 % in der EU. Auf nationaler Ebene wurden bereits wesentliche Schritte in Richtung Klimaneutralität 2040 gesetzt. Zentral ist dabei das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG), welches ein grundlegend modernisiertes und marktorientiertes Fördersystem für Ökostromanlagen implementiert und damit ein langfristig stabiles Investitionsklima geschaffen hat. Mit dem EAG wurde be schlossen, dass der Gesamtstromverbrauch ab dem Jahr 2030 zu 100 % national bilanziell aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt wird. Dazu ist ein Photovoltaik-Ausbau von min destens 11 TWh vorgesehen. So wurden 2023 rund 600 Mio. Euro über das EAG und den Klima- und Energiefonds für den PV-Ausbau bereitgestellt. Seit Anfang 2024 ist durch eine Senkung der Umsatzsteuer auf null Prozent für Anlagen mit einer Engpassleistung bis 35 kWp auf begünstigten Gebäuden die Abwicklung deutlich erleichtert worden. Abbildung 1 Photovoltaik-Ausbau bis 2030 Österreichische Photovoltaik-Strategie 7 von 44 Auf Abbildung 1 ist der bisherige PV-Ausbau dargestellt. Im Jahr 2023 waren 6,3 TWh er reicht. Ab Oktober 2022 wurde eine schrittweise steigende CO₂-Bepreisung für nicht vom EU-Emis sionshandel umfasste fossil bedingte CO₂-Emissionen eingeführt. Parallel dazu erfolgt eine Rückvergütung über den sogenannten „Klimabonus“ an Haushalte. Zudem wurden die fi nanziellen Mittel des BMK für die Transformation des Energie- und Verkehrssystems massiv angehoben sowie neue Instrumente geschaffen (z. B. Transformation in der Industrie). Derzeit stammen rund knapp zwei Drittel des Energieeinsatzes in Österreich aus fossilen Energieträgern. Dieser Anteil soll bis 2040 auf null sinken. Vor allem erneuerbar erzeugter Strom wird dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. In der Mobilität und im Wärmebereich werden Stromanwendungen zum Standard werden. Der Ausbau der Photovoltaik zählt zu den wesentlichsten Maßnahmen, um das gesamte Energiesystem zu 100 % auf erneuerbare Energieträger umzustellen. Damit verbunden sind eine größere Unabhängigkeit, umwelt freundliche und risikoarme Energiebereitstellung, eine leistbare Energieversorgung und eine höhere heimische Wertschöpfung. Geschwindigkeit und Methodik des PV-Ausbaus sind wesentliche Kriterien für den Erfolg der gesamten Energiewende. Zur Umsetzung des Regierungsprogramms sowie zur Erreichung der EU-rechtlich festgelegten Klima- und Ener gieziele sind u. a. folgende Schritte geplant: • höhere Ambition für die Energiewende und den Klimaschutz • raschere Treibhausgasreduktion bis 2030 • stärkere Energieverbrauchsreduktion aufgrund von mehr Energieeffizienz • Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energie • Erhöhung der Resilienz und Zuverlässigkeit des Energiesystems • Erhöhung der Energieversorgungssicherheit • zusätzlicher Fokus auf die Reduktion von nicht-CO₂ Treibhausgasen sowie auf die Speicherung von Kohlenstoff • Inklusion aller gesellschaftlichen Gruppen sowie von Regionen, die strukturell stark von der Transformation zur Klimaneutralität betroffen sind • Orientierung am Europäischen Forschungsrahmenprogramm zur Stärkung des europäischen und österreichischen Wirtschaftsstandortes. 8 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie Das vorliegende Strategiedokument orientiert sich daran und ist ein detailliertes Planungs dokument, das erforderliche Rahmenbedingungen, Zielsetzungen und Maßnahmen für den PV-Ausbau darstellt. Dadurch soll der bis 2040 geplante Ausbau der Photovoltaik einen ma ximalen Nutzen für Österreich erzielen. Im Folgenden werden konkrete Ziele definiert sowie damit verbundene Effekte, Aktionsfel der und Maßnahmen abgeleitet, um möglichst alle Chancen zu nutzen, die mit dem PV- Ausbau in Österreich verbunden sind. Das erfolgreiche Umsetzen dieser Maßnahmen erfor dert ein enges Zusammenspielen verschiedenster Akteur:innen der Bundes-, Landes- und Gemeindeebene, der E-Control, der Wissenschaft und Wirtschaft, der Interessensvertre tungen sowie der Netzbetreiber und der elektrotechnischen Normungsorganisation. Die in der vorliegenden Photovoltaik-Strategie verwendeten Zahlenwerte und Szenarien ba sieren auf den Potentialen aus dem Integrierten österreichischen Netzinfrastrukturplan (NIP). Diese Strategie ist als lebendiges Dokument zu verstehen und wird bei sich ändernden Ent wicklungen angepasst. Österreichische Photovoltaik-Strategie 9 von 44 3 Vision Welche Ziele und Effekte wurden durch den Ausbau der Photovoltaik in Österreich im Jahr 2040 erreicht? Durch die Energietransformation machen wir Österreich zukunftsfähig. Wir bauen ein schö neres Land durch grünen, sauberen Strom und smarte Zukunftstechnologien. Die Photovol taik ist ein Schlüsselfaktor für die Dekarbonisierung unseres Wirtschaftsstandortes. Durch Investitionen in den Klimaschutz werden neue Geschäftsfelder entwickelt. Das bietet Wachstumschancen für die Industrie und schafft neue, nachhaltige Arbeitsplätze, mit de nen unsere Regionen gestärkt werden. Die Bürger:innen werden zu Aktiven Kund:innen und partizipieren selbstbewusst am Strommarkt.
3.1 Photovoltaik als wesentliche Säule der österreichischen Stromversorgung Photovoltaikstrom soll 2040 mit einem Anteil von etwa 30 % einen Grundbaustein der Stromversorgung in Österreich bilden. Damit können bei entsprechender Elektrifizierung des Energiesystems 20 % der gesamten Energieversorgung aus der Photovoltaik kommen. Die Energiesouveränität ist nahezu vollständig durch Solarenergie, Wasserkraft, Wind- und Bioenergie sowie die Nutzung von grünem Wasserstoff sichergestellt. PV-Anlagen im Ge bäudebereich und bei anderen Infrastrukturbauten sind zum Standard geworden. Ein gro ßer Teil der Gebäudeaußenteile können neben dem Wetterschutz standardmäßig auch zur Stromerzeugung genutzt werden. Alle neuen und grundlegend sanierten Gebäude haben eine Stromerzeugungsfunktion. Die Bundesländer setzen ambitionierte Ausbauziele und setzen diese konsequent um. Administrative Hürden werden z.B. durch Genehmigungsver einfachungen oder –freistellungen abgebaut. 10 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie
3.2 Innovative Beiträge zum Gesamt-Energiesystemumbau Die verstärkte Digitalisierung sowie ein praktikabler und zuverlässiger Datenaustausch er möglichen die Einbindung großer Anteile der PV-Stromerzeugung in das Stromnetz. Dies erfolgt unter Beachtung des volkswirtschaftlichen Optimums der Stromnetze. Der Strom aus PV-Anlagen wird verstärkt sektorübergreifend genutzt (z. B. für Wärme und Mobilität). Flexible Verbraucher:innen helfen den erzeugten Strom zeitoptimal zu nutzen. Die verblei benden Überschüsse der PV-Stromerzeugung werden gespeichert, in Wasserstoff umge wandelt oder exportiert. PV-Anlagen in unterschiedlichen Ausrichtungen und Neigungen übernehmen netz- und systemdienliche Funktionen. Bei nahezu jedem PV-System sind sta tionäre und mobile Speicher bzw. Energiemanagementsysteme integriert, die den vor Ort erzeugten Strom optimal an den Verbrauch bzw. die Stromnetz- und die Marktsituation an passen und Einspeise- und Lastspitzen verhindern.
3.3 Wirtschaftliche PV-Anlagen garantieren leistbaren Strom Die Installation einer PV-Anlage ist wirtschaftlich attraktiv. Steuerliche und regulatorische Investitionsbarrieren für den Betrieb von PV-Anlagen bei privaten und unternehmerischen Einzelanlagen aber auch bei Gemeinschaftsanlagen und in Energiegemeinschaften sindbe seitigt. Der Strompreis in Österreich ist vorausschauend kalkulierbar und nur geringfügig abhängig von internationalen Entwicklungen. Große Freiflächen-Biodiversitätsanlagen und Agri-PV-Anlagen gehören zu den kostengünstigsten Arten Strom zu erzeugen.
3.4 Hohe Akzeptanz Die Doppelnutzung von Gebäudedächern, Parkplätzen und ähnlichen baulichen Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Photovoltaik trägt zu einer hohen Akzeptanz in der Bevölkerung bei. Im Gebäudebereich hat sich die bauwerkintegrierte, architektonisch angepasste Pho tovoltaik zum Standard entwickelt. Bei Bauten mit besonderen Anforderungen an Ortsbild- und Denkmalschutz werden Spezialmodule eingesetzt, für die sich ein Massenmarkt entwi ckelt hat. Der Netzanschluss der PV-Anlagen ist ein einfacher Prozess, der rasch, unbürokra tisch und nachvollziehbar abläuft. Netzanschlussverfahren sind bei allen Netzbetreibern standardisiert und digitalisiert. Die Qualität der PV-Systeme ist hoch, die Produkte sind lang lebig und erfüllen die Kriterien der Kreislaufwirtschaft. Biodiversitäts-Solarparks schaffen neue Lebensräume mit hoher biologischer Vielfalt. Sie tragen zur aktiven Wiederherstellung Österreichische Photovoltaik-Strategie 11 von 44 eines naturnahen Zustands bei. Agri-PV-Anlagen werden synergetisch mit der Landwirt schaft betrieben und ermöglichen weiterhin in einem überwiegenden Ausmaß den Betrieb von landwirtschaftlichen Tätigkeiten auf derselben Fläche1.
3.5 Hohe heimische Wertschöpfung und Arbeitsplätze Österreich ist beim Wiederaufbau der europäischen PV-Industrie aktiver Partner und hat bedeutende Produktionsstätten für innovative PV-Komponenten. Die österreichische und die europäische Solarindustrie sind international wettbewerbsfähig. Ein starker Patent schutz sichert die Produktion langfristig ab und das Konzept der Kreislaufwirtschaft wird in allen Schritten der Wertschöpfung berücksichtigt. Neue Produktionsprozesse, innovative Technologien und Skaleneffekte garantieren niedrige Kosten. Qualifizierte Handwerksbe triebe und Fachkräftekapazitäten sind für den erforderlichen Ausbau in ausreichender An zahl vorhanden. Österreichische Unternehmen sind Technologieführer in einigen Bereichen der PV-Wertschöpfungskette. Es gibt rund 60.000 Arbeitsplätze in der nationalen Photovol taik-Branche. Einzelne Stärkefelder sind gleichzeitig ein Exportschlager der heimischen Wirtschaft in die ganze Welt.
3.6 Partizipation der Bürger:innen Den eigenen Strombedarf so weit wie möglich aus der eigenen PV-Anlage oder einer Ge meinschaftsanlage zu decken ist zum Standard geworden. Durch gemeinschaftliche Erzeu gungsanlagen und Energiegemeinschaften sowie als „Aktiver Kunde“ 2 partizipieren auch Bewohner:innen in Mehrfamilienhäusern an der Energiewende. Die digitale Marktkommu nikation ermöglicht Betreiber:innen der PV-Anlagen direkt an unterschiedlichen Märkten für Strom und Flexibilität teilzunehmen. Smarte Energiemanagementlösungen, die den am eigenen Gebäude produzierten Strom optimal nutzen, sind einfach zu bedienen oder voll automatisiert. Sie haben sich in Haushalt und bei Unternehmen zum Standard entwickelt. 1 Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz §56 (10): Agri-PV-Anlagen werden durch Investitionszuschüsse ohne Abschläge gefördert, wenn „durch die Errichtung die hauptsächliche landwirtschaftliche Nutzung nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt wird“. 2 Aktiver Kunde gemäß Artikel 15 der Richtlinie (EU) 2019/944 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juni 2019 zu gemeinsamen Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt und zur Änderung der Richtlinie 2012/27/EU 12 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie 4 Ausbaupotential der PV in Österreich Die zukünftige Energieversorgung wird stromdominiert sein und überwiegend aus Wasser kraft, Photovoltaik und Windkraft stammen. Photovoltaikanlagen, die Ende 2023 knapp 10 % des Stromendverbrauchs in Österreich und etwa 2 % des Energiebedarfes decken3, werden im Jahr 2040 rund 20 % des gesamten Energieangebotes bereitstellen. Das im Inte grierten österreichischen Netzinfrastrukturplan (NIP) ermittelte Ausbaupotential aus Pho tovoltaik wird mit 41 TWh Strom bis 2040 angegeben. Davon werden aus heutiger Sicht zu mindest etwa 15 TWh auf bestehenden und neu zu errichtenden Gebäuden realisierbar sein4. Abbildung 2: Photovoltaik Ausbaupotential in Österreich bis 2040 3 Innovative Energietechnologien in Österreich, Marktentwicklung 2023, P. Biermayr et al., BMK 2024 4 Alle oben gennannten Zahlen und das in einer ersten Näherung als linear angenommene Ausbaupotential sind aus dem „Integrierten österreichischen Netzinfrastrukturplan“ abgeleitet, der wiederum auf dem Energie- und Treibhausgasszenario Transition 2040 des Umweltbundesamtes basiert, Umweltbundesamt 2023 Österreichische Photovoltaik-Strategie 13 von 44 In Abbildung 2 ist das Photovoltaik-Ausbaupotential bis 2040 dargestellt, das im Mittel die Größenordnung von 2 GW pro Jahr erreicht, um 41 TWh jährliche PV-Stromerzeugung bis 2040 sicherzustellen. Im aktuellen Entwurf zum Integrierten österreichischen Netzinfrastrukturplan (NIP) wird auf das Energie- und Treibhausgasszenario Transition 2040 des Umweltbundesamtes Bezug ge nommen. Laut diesem Ausbauszenario ist im Jahr 2030 eine Stromerzeugung aus Photovol taik im Ausmaß von 21 TWh erforderlich, um den Gesamtstromverbrauch Österreichs ab dem Jahr 2030 zu 100 % national bilanziell aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Dies stellt einen Zuwachs von 19 TWh gegenüber 2020 dar und liegt somit über der aktuell im EAG genannten Zubaumenge von 11 TWh bis 2030 gegenüber 2020. Im Jahr 2022 wurde mit einem Gigawatt Neuinstallation eine Rekordmarke erreicht. Auch 2023 wurde diese Rekordmarke mit etwa 2,5 GW erneut deutlich übertroffen5. Um das Aus bauziel von 19 TWh zu erreichen, sollte der weitere Ausbau der Photovoltaik auf einem ähnlichen Niveau fortgeführt werden. 2022 und 2023 waren von einem außerordentlich starken PV-Wachstum geprägt.Um die Fortsetzung dieser Entwicklung im Photovoltaikbe reich sicherzustellen, sind die entsprechenden Rahmenbedingungen ständig weiterzuent wickeln. Die erkennbaren Herausforderungen eines derart beschleunigten Photovoltaikaus baus sollen bewusst adressiert und bearbeitet werden. Dazu zählen unter anderem die Frage der Anbindung an das öffentliche Stromnetz, die Akzeptanz in der Bevölkerung, die langfristige Wirtschaftlichkeit und die Marktkapazitäten. Mit dem beschleunigten Ausbau sind jedenfalls viele Vorteile verbunden: • Eine erhöhte Energiesouveränität Österreichs • Eine umweltfreundliche und risikoarme Energiebereitstellung • Leistbare Energie und damit ein Vorteil für den Wirtschaftsstandort Österreich • Eine hohe heimische Wertschöpfung sowie • Die Positionierung Österreichs als Standort führender Forschungseinrichtungen und innovativer Unternehmen im Bereich der Photovoltaik. 5 Innovative Energietechnologien in Österreich, Marktentwicklung 2023, P. Biermayr et al., BMK, 2024 14 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie Der Ausbau der Photovoltaik muss sektorübergreifend betrachtet werden. Er ist ein we sentlicher Teil der Energiewende, der mit den anderen technischen und sozioökonomischen Aspekten dieses fundamentalen Umbaus synergetisch gedacht werden muss. Der PV-Aus bau wird massiven Einfluss auf den Mobilitäts-, Wärme- und Industriesektor zeigen. Er nimmt damit u. a. Einfluss auf alle wesentlichen Sektoren der Energieversorgung und ist daher zentral für das gesamte technische und gesellschaftliche Management der Energie wende. Österreichische Photovoltaik-Strategie 15 von 44 5 Ein strategischer Ausbauprozess Zur Erreichung der Ziele zum PV-Ausbau braucht es einen konsequent gesteuerten strate gischen Prozess. Die Rahmenbedingungen sollen so gestaltet werden, dass für Privatperso nen und Unternehmen die Attraktivität zur Errichtung von PV-Anlagen hoch genug ist, um bis 2040 ein durchschnittliches jährliches Ausbaumaß von 2 GW aufrecht zu erhalten. Bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen ist laufend darauf zu achten, dass die gesetzten Ziele erreicht werden. Mit einem steigenden Anteil selbstbestimmter heimischer Energieerzeugung ist eine grö ßere Unabhängigkeit von internationalen Strompreisen und Importen verbunden. Günstige und gut kalkulierbare Strompreise schaffen Standortvorteile für die österreichische Wirt schaft. Mit dem Ausbau der Photovoltaik hin zu einer bedeutenden Energiequelle sollen neben günstig und erneuerbar erzeugtem Strom auch weitere für Österreich wesentliche Aktionsfelder adressiert werden. Dies ist entscheidend, um den Ausbau der Photovoltaik hierzulande optimal zu gestalten, den maximalen Nutzen für die Bevölkerung zu generieren und ein bedeutendes Ausmaß an Energiesouveränität zu erreichen. 16 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie Abbildung 3: Ziel, Aktionsfelder und Maßnahmen für den Photovoltaik Ausbau in Österreich bis 2040 Österreichische Photovoltaik-Strategie 17 von 44 6 Aktionsfelder und Maßnahmen Im nachfolgenden Kapitel werden jene Aktionsfelder definiert, die wesentlich sind, um den Ausbau der Photovoltaik erfolgreich zu gestalten sowie die Ziele und damit verbundenen Effekte zeitgerecht und vollumfänglich zu erreichen. • Aktionsfeld „Rechtlicher Rahmen“: ein stabiler und ambitionierter rechtlicher Rahmen auf Bundes- und auf Länderebene • Aktionsfeld „Energieinfrastrukturen“: die kostenoptimale Weiterentwicklung der öffentlichen Stromnetze und der weiteren Energieinfrastrukturen verbunden mit einem aktiven Innovationsumfeld, um weit über den PV-Sektor hinaus Chancen für die österreichische Wirtschaft zu eröffnen • Aktionsfeld „Wirtschaftlicher Anlagenbetrieb“: die errichteten Anlagen können über einen Zeitraum von über 25 Jahren wirtschaftlich betrieben werden • Aktionsfeld „Akzeptanz“: die jedenfalls gegebene breite Sichtbarkeit der PV-Installationen und der damit verbundenen elektrischen Infrastrukturen treffen dauerhaft auf hohe Akzeptanz in der Bevölkerung • Aktionsfeld „Heimische PV-Wirtschaft“: eine hohe heimische Wertschöpfung, international agierende Produzent:innen und viele qualifizierte Arbeitsplätze in der österreichischen Photovoltaik-Industrie und Gewerbe • Aktionsfeld „Partizipation“: die Ambition, mit dem PV-Ausbau die Bürger:innen zu mehr Partizipation im Energiesektor zu gewinnen • Aktionsfeld Forschung-Technologie-Innovation: die Entwicklung neuer technischer und systemischer PV-Lösungen 18 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie
6.1 Aktionsfeld „Rechtlicher Rahmen“ Ein stabiler und ambitionierter rechtlicher Rahmen auf Bundes- und auf Länderebene ist für den Ausbau der Photovoltaik essenziell. Mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz6 wurde ein wesentlicher Rahmen für den Photovoltaikausbau in Österreich geschaffen. Entsprechende Impulse durch erhöhte Förderungen für Doppelnutzungen und andere bevorzugte PV-An wendungen, sowie eine Aufteilung der Fördermittel in Größenklassen sind darin bereits ent halten. Auch die Novellierung des Wohnungseigentumsgesetzes im Jänner 20227 hat Er leichterungen für den Bau von Photovoltaikanlagen bei Reihenhäusern oder Einzelgebäu den gebracht. Das Anfang 2024 in Begutachtung befindliche Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) schafft neue und zeitgemäße Spielregeln für den Strommarkt. Durch mehr Transpa renz im Netz, neue Marktrollen und Maßnahmen für mehr Flexibilität wird ein wichtiger Beitrag zur schnelleren Integration von erneuerbaren Energieanlagen geschaffen. Weiters wird auch das in Vorbereitung stehende Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (E ABG) zu einer Verfahrensbeschleunigung bei der Errichtung von PV-Anlagen und für die Energiewende notwendiger Infrastrukturen führen. Die für die Umsetzung wesentlichen Rechtsbereiche Bau- und Raumordnung sowie Natur schutz liegen vorrangig in der Kompetenz der Bundesländer. Diese tragen daher eine zent rale Rolle in der Umsetzung. Zur Erreichung des Zieles, dass der Gesamtstromverbrauch ab dem Jahr 2030 zu 100 % na tional bilanziell aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt wird, braucht es gemeinsame An strengungen und Kooperation. Als Kooperationsgremium wurde der Bund-Länder-Dialog Erneuerbare Energie gemeinsam mit Beschluss der Landesenergiereferent:innen ins Leben gerufen. Hierbei arbeiten der Bund und die Bundesländer gemeinsam aktiv an der Zielerrei chung, sodass bestehenden Lücken zwischen Landes- und Bundeszielen geschlossen, ent sprechende Flächen für den Ausbau der Erneuerbaren zur Verfügung gestellt sowie Pro zesse und Förderstrategien aufeinander abgestimmt und optimiert werden. Die Fortschritte werden regelmäßig evaluiert und bei Bedarf werden Korrekturmaßnahmen gesetzt. 6 Bundesgesetz über den Ausbau von Energie aus erneuerbaren Quellen (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz – EAG) vom 1.1.2022 7 Bundesgesetz, mit dem das Wohnungseigentumsgesetz 2002 geändert wird (WEG-Novelle 2022) Österreichische Photovoltaik-Strategie 19 von 44
6.1.1 Maßnahmen
6.1.1.1 Klare und ambitionierte gesetzliche bzw. regulatorische Vorgaben Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz soll den geltenden Rechtsrahmen für den österrei- chischen Strommarkt umfassend modernisieren. Für kleine Anlagen ist ein vereinfachter Netzanschluss vorgesehen und mit einem befristeten flexiblen Netzzugang werden künftig mehr Anlagen rasch ans Netz gebracht. Die Veröffentlichung von Netzkapazitäten und Netz entwicklungsplänen im Verteilernetz soll mehr Transparenz schaffen und so den Aus-bau der Photovoltaik planbarer gestalten. Zur Mobilisierung von bereits genutzten oder versiegelten Flächen (z.B. auf Gebäuden oder Parkplätzen) sollen Förderungen, klare regulatorische Vorgaben und Verpflichtungen bei tragen. Mit dem EAG wurden entsprechende Anreize in Form von Zuschlägen bei innovati ven Anlagenformen sowie Abschlägen bei PV-Freiflächenanlagen gesetzt. Gewisse PV-Ver pflichtungen, z.B. in Neubau und Sanierung, sind in der novellierten Gebäude-Richtlinie der EU8 vorgesehen oder bestehen bereits in einigen Bundesländern. Um bereits bestehende versiegelte Flächen effektiv für die Energiewende nutzbar zu machen, wird auch eine PV- Pflicht für größere Parkplätze diskutiert. Künftig sind zudem PV-Produkte, die auf Ortsbild und Denkmalschutz besonders Rücksicht nehmen (z. B. durch spezielle Form- und Farbgebung), verstärkt zu fördern. Die Realisierung der Kombination von PV mit Begrünung, die ökologisch vielfach vorteilhaft ist, ist voranzu treiben. Speziell auch die Errichtung von PV-Dachgärten, die neue urbane Lebensräume schaffen, soll durch die Möglichkeit der kumulierten Förderung von PV und Gründach, die überdies die Unterkonstruktion mitberücksichtigt, erleichtert werden. Die erfolgreich etab lierten Klimamodellregionen sind verstärkt zu Vorbildregionen für ambitionierte PV-Erzeu gung weiterzuentwickeln. Freiflächenanlagen sind als Biodiversitätsanlagen zu konzipieren und im Einklang mit Natur und Raum zu errichten. Die Erreichung einer im Vergleich zum 8 Energy Performance of Buildings Directive vom 12. April 2024 20 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie Ausgangszustand höheren Biodiversität steht auch im Einklang mit den Renaturierungszie len der EU9. Im Bereich der Landwirtschaft sollen Anlagen in Form von Agri-PV-Anlagen kon zipiert werden. Die Agri-Doppelnutzungen eröffnen der Landwirtschaft neue Einkommens möglichkeiten und erhöhen maßgeblich die Landnutzungseffizienz.10
6.1.1.2 Maßnahmen der Bundesländer und Flächenverfügbarkeit Photovoltaik wird nur dann in dem notwendigen Ausmaß errichtet werden können, wenn klare nationale, Bundesländer- und Gemeindeziele vorliegen und Abweichungen rechtzeitig aufgezeigt und beseitigt werden. Die bestehenden PV-Ausbauziele des Bundes und der Bun desländer für 2030 sollen durch Ziele für 2040 ergänzt sowie die Zonierungen an den Aus baubedarf für 2040 anpasst werden. In diesem Zusammenhang ist auch die RED III zu er wähnen, die vorsieht, dass Mitgliedsstaaten Erneuerbaren-Beschleunigungsgebiete (Rene wables Acceleration Areas) definieren, in denen es einfacher werden soll, Erneuerbare Energieanlagen rasch auszubauen. In Österreich haben die Länder Gebiete auszuweisen, um die Erneuerbaren-Ziele der EU zu erreichen.11 Auch die im Integrierten österreichischen Netzinfrastrukturplan (NIP) aufgezeigten Flächen potentiale an Gebäuden, Infrastruktureinrichtungen und Freiflächen sind in Übereinstim mung mit den Überarbeitungsfristen des NIP regelmäßig zu adaptieren und mit dem Ziel bedarf abzugleichen. 9 Das Europaparlament hat sich am 12.7.2023 für ein Naturschutzgesetz für die Europäische Union ausgesprochen: environment.ec.europa.eu/topics/nature-and-biodiversity/nature-restoration-law_en 10 ise.fraunhofer.de/en/press-media/press-releases/2019/agrophotovoltaics-hight-harvesting-yield-in-hot- summer-of-2018.html 11 Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III), Art. 15b: In Zusammenarbeit mit einer dafür geeigneten Behörde sollen Mitgliedsstaaten Pläne vorlegen und spätestens 27 Monate nach dem Inkrafttreten der RED III beschließen. Dazu können sie einen Gesamtplan für alle Erneuerbaren-Technologien vorlegen, oder technologiespezifische Pläne erarbeiten. Diese Pläne müssen dann einer strategischen Umweltprüfung unterzogen werden. Österreichische Photovoltaik-Strategie 21 von 44
6.1.1.3 Bürokratieabbau und einfacher Netzzugang für PV-Anlagen Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien und für Netzinfrastruktur auf Ge meinde- und Landesebene sind hinsichtlich deren Notwendigkeit zu überprüfen, zu verein fachen bzw. zu beschleunigen. Dazu sollten für gewisse Anlagen vereinfachte Verfahren bis hin zur Verfahrensfreistellungen vorgesehen werden.. Das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleu nigungsgesetz (EABG) soll maßgeblich dazu beitragen. Auch die Erfordernisse beim Zugang zum öffentlichen Stromnetz dürfen keine Barriere bei der Entscheidung für eine PV-Anlage bilden und müssen einfach und möglichst bürokratie arm sein. Das Verständnis für ein optimales Zusammenspiel zwischen jeweils möglicher PV- Einspeisung und Stromnetzbetrieb soll gefördert werden. Der Anschluss und Betrieb von PV-Anlagen ist so weit wie möglich und technisch gerechtfertigt zu vereinfachen. Die im März 2023 abgeschlossene Studie „Anschluss erneuerbare Energien - Beschreibung und Analyse von Hemmnissen für den Anschluss und Betrieb von Stromerzeugungsanlagen mit Schwerpunkt Photovoltaik“,12 die darauf basierenden Stakeholderrunden des BMK sowie der im Juli 2023 veröffentlichte Aktionsplan der E-Control werden als Basis für eine konse quente Umsetzung herangezogen. Viele der relevanten Punkte werden im neuen Elektrizi tätswirtschaftsgesetz (ElWG) adressiert.
6.1.1.4 Qualitätssichernde Maßnahmen Für eine langfristige Wirtschaftlichkeit ist eine möglichst hohe Qualität und Nachhaltigkeit der PV-Anlagen wesentlich. Sie trägt essenziell dazu bei, dass sich diese ökologische Strom erzeugungsart als breit akzeptierte Standardtechnologie etablieren kann. Die europäische Ökodesign-Richtlinie hat bisher zur Verwirklichung der Energieeffizienzziele der EU beige tragen. Nun wird sie auf einen umfassenden Lebenszyklus-Ansatz in Form einer europäi schen Verordnung ausgedehnt und wird auch in der Photovoltaik Anwendung finden. Qua litätssichernde ökologische Maßnahmen in der gesamten Wertschöpfungskette sind daher voranzutreiben (u. a. Produktqualität, Installation, Service, Reparatur, Entsorgung). Trans parente Qualitätsauszeichnungen sind zu etablieren. Diese sollen auf vorhandenen europä ischen Qualitätsnormen aufbauen. 12 Hackner, Johannes, EPOOL, PV Austria, Studie „Anschluss erneuerbare Energien“ - klimafonds.gv.at/wp-content/uploads/sites/16/Studie-Anschluss-erneuerbare-Energien.pdf 22 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie
6.2 Aktionsfeld „Energieinfrastrukturen“ Die Photovoltaik muss synergetisch mit anderen Erzeugungs- und Speichertechnologien und allen weiteren technologischen Komponenten der Energiewende zusammenarbeiten (z. B. E-Mobilität, Wärmepumpe, Wasserstoff). Zuverlässigkeit, Versorgungssicherheit und eine hohe Resilienz des 100 % erneuerbaren Energiesystems mit einem hohen Anteil an PV- Erzeugung können so gewährleistet werden. Mit dem Integrierten österreichischen Netzinf rastrukturplan (NIP) liegt erstmals ein übergeordnetes strategisches Instrument vor, das auf Übertragungsnetzebene einen integrierten Ansatz zum Ausbau der Netzinfrastruktur für den Strom- und Gasbereich am Weg zu einem klimaneutralen Energiesystem darstellt. Eine sichere erneuerbare Energieversorgung und stabile Netze sind das Fundament der Energiewende. Die Integration der wachsenden erneuerbaren Stromerzeugung, die Koppe lung des europäischen Strommarktes und die zunehmende Elektrifizierung des Energiever brauchs im Vordergrund gehören dabei zu den großen Herausforderungen der Stromnetze. Die rasche und kostenoptimale Weiterentwicklung der Netzinfrastruktur hat außerdem ei nen hohen volkswirtschaftlichen Mehrwert. Aufgrund des PV-Ausbaus mit zukünftig zeitweise relevanten Überkapazitäten entwickelt sich die dezentrale Struktur der österreichischen Erzeugungsinfrastruktur weiter. Smartes lokales Energiemanagement und Speicherung werden in Zukunft – sowohl bei Privaten als auch bei Unternehmen – zum Management von Erzeugungs- und Verbrauchsspitzen sowie zur Steigerung des Eigenverbrauchs beitragen. Die Speicherinitiative des Klima- und Ener giefonds und die Flexibilitätsstudien der E-Control bilden eine Basis für die Erarbeitung wei terer Umsetzungsmaßnahmen. Ausgelöst durch die starke Kostenreduktion der Photovol taik werden innovative integrierte Anwendungen im Bereich Bau- und Landwirtschaft sowie des Verkehrssektors auch ökonomisch interessant. Begleitendes Ziel des PV-Ausbaus ist es daher auch, Innovation verstärkt zu fördern, um intelligente Produkte und Systemlösungen zu schaffen, die der Wirtschaft Chancen für welt weite Aktivität und Technologieführerschaft ermöglicht. Das Förderprogramm Muster- & Leuchtturmprojekte Photovoltaik des Klima- und Energiefonds trägt bereits maßgeblich zu diesem Ziel bei und soll daher langfristig weitergeführt werden. Durch innovative Produkte und Systemlösungen im Umfeld der solartechnischen Stromerzeugung, die Vorzüge im Be reich Effizienz und Nachhaltigkeit aufweisen, werden österreichische Unternehmen inter national erfolgreich sein können. Österreichische Photovoltaik-Strategie 23 von 44
6.2.1 Maßnahmen
6.2.1.1 Maßnahmen im Stromnetzbereich Die Digitalisierung des Verteilnetzes spielt für die Integration von erneuerbarem und de zentral erzeugtem Strom eine wichtige Rolle. Ebenso muss die Transparenz des Stromnetzes größer werden, um Planungen effizienter zu gestalten. Das neue Elektrizitätswirtschaftsge setz (ElWG) ebenso wie der Aktionsplan Netzanschluss der E-Control für einen raschen und reibungslosen Netzanschluss von Kund:innenanlagen sehen daher umfassende Maßnah men vor.13 Für eine verstärkte Nutzung von PV sind ambitionierte Netzentwicklungspläne als Basis für den Ausbau der Stromnetze essenziell. Das neue ElWG sieht daher vor, dass solche zukünftig auch auf Verteilernetzebene regelmäßig erstellt werden. Erzeugungsspitzen aus Photovoltaik können bereits jetzt nicht mehr vollständig vom öffent lichen Stromnetz aufgenommen werden. Hierfür bedarf es des Ausbaus von intelligentem Lastmanagement der erzeugten PV-Energie: Die Energie soll möglichst bereits auf der Er zeugungsebene nutzbar gemacht werden, beispielsweise bei industriellen und gewerbli chen Prozessen, durch Bauteilaktivierung und Lastmanagement in Gebäuden, E-Ladema nagement, Wärmepumpensteuerung, oder die Erzeugung von Wasserstoff. Entsprechende Anreize bzw. Flexibilitätsanreize auf der Verbrauchs- aber auch auf der Erzeugungsseite werden zur Glättung dieser Erzeugungsspitzen beitragen. Ein Export der PV-Produktion zu erzeugungsstarken Zeiten wäre in Österreich mittelfristig nur wenig zielführend, da es zu diesen Zeiten auch am europäischen Markt eine starke PV- Produktion zu beobachten ist und somit geringe, bzw. punktuell sogar negative Strom marktpreise vorliegen können. Auch Photovoltaikanlagen mit Ausrichtungen, die für Rand- bzw. Winterzeiten optimiert sind (Ost-West Orientierungen, vertikale PV-Anlagen), ermög lichen ein breiteres Spektrum der Zeiten mit hohen PV-Erträgen. Mittelfristig ist jedenfalls zu klären, welche PV-Hosting-Kapazitäten die Stromnetze aufwei sen sollten und wo es volkswirtschaftlich sinnvoll ist, Großspeicher und Wasserstoff-Elekt rolyseure für Langzeitspeicherung aufzubauen. Erste Einschätzungen hierzu sind bereits im NIP enthalten. Ein entsprechendes Förderprogramm für Großspeicher wurde durch den 13 Aktionsplan Netzanschluss, E-Control, Juli 2023 - e-control.at/documents/1785851/1811582/E-Control- Aktionsplan-Netzanschluss-2023_Web.pdf 24 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie Klima- und Energiefonds bereits 2023 gestartet. Notstrom- und Ersatzstromsysteme14 sol len verstärkt bei Energiegemeinschaften, die gemeinsam Photovoltaik- und Quartierspei cheranlagen betreiben, realisiert werden. Flexibilitätsmaßnahmen tragen dazu bei, das Stromnetz jederzeit optimal zu nutzen. Neue Wechselrichter und Fernsteuermöglichkeiten bieten dafür bereits heute zahlreiche Mög lichkeiten, um Speicherstrategien hinsichtlich eines kurz-, mittel- und langfristigen Spei cherbedarfs zu evaluieren. Die Sektorenkopplung mit Mobilität, Wärme und Wasserstoff soll im Sinne eines optimalen Ausmaßes an Flexibilität gestärkt werden.
6.3 Aktionsfeld „Wirtschaftlicher Photovoltaik-Anlagenbetrieb“ Während der gesamten Ausbauphase bis 2040 soll die Finanzierbarkeit des Ausbaus für die Anlagenbetreiber:innen sichergestellt werden. Die Wirtschaftlichkeit stellt die Basis für ei nen nationalen PV-Markt dar. Dieser soll mithilfe von entsprechenden Anreizen bzw. För derungen auf einer konstanten Größenordnung von etwa 2 GW pro Jahr gehalten werden, wodurch das Potential von 41 TWh bis 2040 erreicht werden kann. Die Förderungen und speziell auch die mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) eingeführte Marktprämie sind Voraussetzung für einen langfristig wirtschaftlichen Anlagenbetrieb.
6.3.1 Maßnahmen
6.3.1.1 Anreize, Förderungen, neue Geschäftsmodelle Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sollen laufend analysiert und angepasst werden, um diese bis zum Jahr 2040 und darüber hinaus durchgehend sicherstellen zu können. Grund dafür ist, dass sich diese voraussichtlich in den kommenden Jahren dynamisch ver ändern werden. Entsprechend sind die jeweils bestehenden Anreize weiterhin laufend kos tenoptimal zu überprüfen und die Förderhöhen in den entsprechenden Verordnungen an zupassen. Zudem soll der bürokratische Aufwand rund um Förderungen und Genehmigun gen auf das unbedingt notwendige Mindestmaß reduziert werden, wobei die Befreiung von 14 Während ein Notstromsystem nur die dringendsten Verbraucher bedient, stellt ein Ersatzstromsystem die nahezu vollständige Stromversorgung in einem Haushalt oder Unternehmen im Falle eines Stromausfalles sicher. Österreichische Photovoltaik-Strategie 25 von 44 der Umsatzsteuer für PV-Anlagen bis 35 kWp im Zeitraum 2024 und 2025 hier ein wesent licher Schritt war. Die PV-Rahmenbedingungen, besonders auch die Förderbedingungen, sollen mit anderen Entwicklungen der Energietransformation synergetisch verbunden bzw. bereits bestehende Verbindungen ambitioniert weiterentwickelt werden, so etwa die För derung für E-Mobilität und bidirektionales Laden. Der Ausbau der erneuerbaren Energien und das einhergehende steigende Angebot von er neurbarem Strom lässt die Marktpreise für Strom sinken. Niedrige Preise in erzeugungsstar ken Stunden werden neue Geschäftsmodelle z. B. rund um (netzdienliche) Speicher und Fle xibilisierung antreiben. Ebenso können dynamische Tarife zu einem höheren Verbrauch in erzeugungsstarken Zeiten beitragen.
6.3.1.2 Steuerliche Aspekte Die ab 2024 geltende Aussetzung der Umsatzsteuer auf PV-Anlagen bis 35 kWp ist dahinge hend zu evaluieren, ob eine dauerhafte Aussetzung bzw. Minimierung eine kosteneffektive Maßnahme darstellt. Ebenso sollten Analysen vorgesehen werden, um zu klären, ob und in welcher Weise eine Ausweitung auf größere Speichersysteme und größere Anlagen wirk sam dazu beiträgt, die in dieser PV-Strategie skizzierten Ziele zu erreichen. 26 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie
6.4 Aktionsfeld „Akzeptanz“ Mit dem Ort der Realisierung direkt verbunden ist die Erhaltung der grundsätzlich hohen Akzeptanz des PV-Ausbaus. Dies wird dann gelingen, wenn • neben dem individuellen Nutzen auch ein Nutzen für die Bevölkerung sichergestellt ist (vor allem bei größeren Projekten), • ästhetische Fragen im Bauwesen adressiert sind, wobei Bautradition mit dem Wagnis zu Neuem maßvoll verbunden wird, • dem Naturschutz in gebotener Weise entsprochen wird, Freiflächenanlagen wenn möglich als Biodiversitätsanlagen15 errichtet werden, • die Qualität bei Planung und Umsetzung der umgesetzten Groß- und Kleinprojekte gesichert ist und • Mehrfachnutzungen bei baulichen Infrastrukturen, in Landwirtschaft (Agri-PV) und im Verkehrsbereich etabliert sind.
6.4.1 Maßnahmen
6.4.1.1 Technische und ökologische Maßnahmen zur Akzeptanz PV-Installationen auf bereits bestehenden Bauwerken und Infrastrukturelementen (z. B. Parkplätzen, Lärmschutzwänden, Betriebsanlagen) sollen vorangetrieben werden. Ziel ist es, dass bereits versiegelte Flächen mobilisiert und genutzt sowie gebäudeintegrierte Mus ter- und Leuchtturmprojekte österreichweit umgesetzt werden. Auch Modelle der Dachflä chenmiete und Statik-Analyse oder die Anpassung von Photovoltaikmodulen an die Bedürf nisse von Orts- und Denkmalschutz können dazu einen wichtigen Beitrag leisten. PV-Nutzungen bei Infrastrukturen und deren Nebenbereichen wie etwa Großparkflächen sollen etwa durch das EABG vorangetrieben werden. Photovoltaik-Anlagen sollen auf allen Gebäuden des Bundes, wo dies technisch und wirtschaftlich möglich ist, errichtet werden. Analoge Regelungen für PV-Anlagen an Lärmschutzwänden im Straßen- und Bahnbereich sollen geprüft werden. 15 Biodiversitäts-PV-Anlagen schaffen Lebensräume mit einer hohen biologischen Vielfalt. Österreichische Photovoltaik-Strategie 27 von 44 Die Gebäudenutzung der PV erfolgt zeitgleich mit der ausgeweiteten Nutzung von Freiflä chen in Form von PV-Biodiversitätsanlagen, da auch diese zur Erreichung der Ausbauziele benötigt werden. Hier gilt es weiterhin die landwirtschaftliche Doppelnutzung im Rahmen von Agri-PV-Anlagen zu fördern. Studien haben außerdem den ökologischen Mehrwert von PV-Biodiversitätsanlagen, die neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaffen und die Bodenqualität verbessern, eindrucksvoll bewiesen. Voraussetzung dabei ist, dass diese nach bestimmten Kriterien errichtet werden16.
6.4.1.2 Soziale Maßnahmen zur Akzeptanz Studien belegen die grundsätzlich hohe Zustimmung zur Photovoltaik in Österreich. 83 % sehen PV-Projekte in der Gemeinde positiv und 61 % stimmen Freiflächenanlagen „voll“ bzw. „eher“ zu.17 Dennoch ergeben sich bei der konkreten Umsetzung in Nachbarschafts nähe oft Widerstände. Faktenbasierte Information bei Projektumsetzung und jedem Pro jektstatus muss daher zum Standard werden. Die aktive Einbeziehung der Bevölkerung ist in allen Phasen der Projektentwicklung erforderlich. Auf bestehenden Empfehlungen und Dokumentationen zu derartigen sozialen Prozessen soll aufgebaut werden.18 Zur weiteren Bewusstseinsbildung können Informations- und Schulungskampagnen sowie generelle In formationen über Vorteile und Herausforderungen bei Biodiversitäts- oder Agri-PV-Anlagen beitragen. 16 z. B. Solarparks - Gewinne für die Biodiversität, Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) e.V., 2019 - bne-online.de/wp-content/uploads/20200406_bne_kurzfassung_biodiv_studie_2019.pdf 17 Nina Hampl et al., Uni Klagenfurt und WU Wien, Erneuerbare Energien in Österreich 2024 Der jährliche Stimmungsbarometer der österreichischen Bevölkerung zu erneuerbaren Energien - www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/at/Documents/presse/at-erneuerbare-energien-2024.pdf 18 Methoden zur Förderung sozialer Innovation im Kontext der Energiewende - oegut.at/downloads/pdf/sinnergytrans-methodensteckbriefe.pdf 28 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie
6.5 Aktionsfeld „Heimische PV-Wirtschaft“ Photovoltaik ist ein Massenmarkt, wobei die jährlich weltweit zu installierende Kapazität in den kommenden Jahren bald ein Terawatt (TW) erreichen wird. Österreich hat als Techno logieland enorme Chancen: Insbesondere Unternehmen der Elektro-Elektronik, bzw. der Halbleitertechnologie, der glas- und metallverarbeitenden Industrie, Unternehmen im Be reich von Digitalisierung und Softwareunternehmen können sich ebenso wie innovative Handwerksbetriebe verstärkt in diesem Markt positionieren. Dadurch werden eine hohe heimische Wertschöpfung und viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Auch die EU unterstützt durch das Netto-Null-Industrie-Gesetz (Net Zero Industry Act - NZIA) diese Entwicklung. Das Gesetz ist Teil des grünen Industrieplans der EU und soll dafür sorgen, dass mehr saubere Technologien in der EU produziert werden. Konkret geht es um Technologien, die die Energiewende vorantreiben und nur geringe bis gar keine Treibhaus gasemissionen verursachen. Um die Ziele im Bereich erneuerbarer Energie zu erreichen ist die Mobilisierung privaten Kapitals für die heimische PV-Wirtschaft erforderlich. Private und institutionelle Investor:in nen, die ihr Geld am Kapitalmarkt anlegen wollen, können mit ihrer Entscheidung für nach haltige Projekte einen zentralen Beitrag zur Umsetzung erneuerbarer Energieprojekte leis ten. Die EU-Taxonomie 19 nimmt eine Schlüsselrolle bei der Neuausrichtung der Kapital ströme hin zu nachhaltigen Investitionen ein. Unter anderem wird durch die Definition öko logischer Nachhaltigkeit für Anlagezwecke ein einziger Bezugspunkt für Anleger:innen, Un ternehmen und Mitgliedstaaten geschaffen und so eine Fragmentierung des Marktes ver mieden. Die österreichische Green Finance Agenda20, als ein Reformvorhaben des österrei chischen Aufbau- und Resilienzplans (Gemäß Artikel 18 der Verordnung (EU) 2021/241)21, identifiziert 25 Maßnahmen, die einen Wachstums- und Innovationsschub für klimafreund liche Investitionen und die systematische Umlenkung der Finanzmittelflüsse zur Erreichung der Klima- und Energieziele auslösen. 19 EU-Taxonomie-Verordnung - bmk.gv.at/green-finance/finanzen/eu-strategie/eu-taxonomie-vo.html 20 Austrian Green Finance Agenda - bmk.gv.at/green-finance/finanzen/finanzzukunft.html 21 Österreichischer Aufbau- und Resilienzplan - oesterreich.gv.at/dam/jcr:ecf30896-0861-4107-8ed9- b589a79bd623/ %C3 %96sterreichischer %20Aufbau- %20und %20Resilienzplan %202020-2026.pdf Österreichische Photovoltaik-Strategie 29 von 44 Wesentliche Maßnahmen sind bereits in Umsetzung. Dazu zählt die Green Finance Alliance, bei der es unter anderem um die Ausrichtung der Portfolios teilnehmender heimischer Un ternehmen aus dem Finanzsektor am 1,5-Grad-Ziel sowie um die Ausweitung grüner Aktivi täten im Kerngeschäft geht. Zahlreiche Aktivitäten fördern die Finanzbildung im Bereich Nachhaltigkeit in Österreich, um das Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen Finanz sektor und dem nachhaltigen Umbau unserer Wirtschaft zu stärken. Außerdem werden das Austrian Green Investment Pioneers Programm (klimaaktiv) und das Green Finance Förder programm (Klima- und Energiefonds) umgesetzt. Der Bedarf eines optimalen Brücken schlags zwischen der Projekt- und der Finanzierungsebene ist besonders für Österreich von hoher Relevanz.22 Das Ausbildungsangebot für Photovoltaiktechnologie, systemische Anwendung und ener giewirtschaftliche Themen wird aktuell von der BMK-Ausbildungsinitiative „Just Transition“ vorangetrieben. Darin wird insbesondere der Fokus auf die Aus- und Weiterbildung um Elektrotechnik/Elektroinstallation und Dachdecker:innen gelegt, um die entsprechende Vermittlung von notwendigen Kompetenzen zu unterstützen. Für die Energiewende rele vante Lehrberufe sollen besonders gefördert werden, etwa durch eine Ausbildungsoffen sive in Qualifizierungsverbünden.
6.5.1 Maßnahmen
6.5.1.1 Österreichische Produzenten im Photovoltaik-Umfeld Viele Komponenten eines PV-Systems kommen aktuell nicht aus Europa. Die im Frühjahr 2022 gegründete EU Solar PV Industry Alliance (ESIA), aber auch die im April 2024 auch von Österreich unterzeichnete Solar-Charta zielt darauf ab, die europäische PV-Produktion ent lang der gesamten Wertschöpfungskette zu erhalten bzw. zu stärken und so zur Energie souveränität der EU beizutragen. Bei diesen aktuell laufenden Initiativen für eine starke eu ropäische PV-Wertschöpfungskette bringt sich auch Österreich aktiv ein. Außerdem wurde die Anbindung an diese und ähnliche EU-Initiativen zum Wiederaufbau einer starken euro päischen Produktion verstärkt, beispielsweise mit dem Beitritt Österreichs zur Initiative IPCEI-PV23 im Mai 2022. Durch diese Projekte sollen zentrale Wertschöpfungsketten in Eu 22 Green Finance in Österreich - bmk.gv.at/green-finance.html 23 IPCEI – Important Projects of Common European Interest 30 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie ropa erhalten und gestärkt werden, um eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit der EU zu er reichen. Als nationale Maßnahme ist ein „Made in Europe-Bonus“ vorgesehen – ein Förder zuschlag von bis zu 20% der Förderhöhe auf den Investitionszuschuss für PV-Projekte, in denen Komponenten aus europäischer Erzeugung verwendet werden. Dies leistet einen Beitrag, die Abhängigkeit von Drittstaaten im Bereich des Ausbaus der erneuerbaren Ener gien zu verringern und die ökonomische Resilienz und Wirtschaftskraft Europas zu stärken. Eine weitere Voraussetzung für eine erfolgreiche internationale Positionierung der öster reichischen PV-Produktion ist Innovation, mit dem Ziel effizientere und nachhaltigere Tech nologien anzubieten. Die Lieferketten für die Vorprodukte müssen dabei abgesichert sein. EU-Förderungen für Forschung und zum PV-Industrieaufbau sind verstärkt in Anspruch zu nehmen. Markt-Förderungen sollen so gestaltet werden, dass eine hohe europäische Wert schöpfung gesichert wird. Auch der Net Zero Industry Act der EU wird es ermöglichen, einen Mindestanteil an europäischer Wertschöpfung bei Projekten vorzugeben. Für die österrei chische PV-Industrie eröffnet sich dadurch die Chance auf weltweite Technologieführer schaften. Eine nationale Maßnahme soll in diesem Zusammenhang der Made in Europe- Bonus darstellen, der durch erhöhte Fördersätze die Nutzung europäischer Komponenten fördert. Dies ist mit einer hohen heimischen Wertschöpfung im PV-Systemumfeld sowie vielen attraktiven direkten und indirekten Arbeitsplätzen in der österreichischen PV-Indust rie verbunden.
6.5.1.2 PV-relevante Ausbildung Eine rasche Umsetzung der im „Just Transition“ Aktionsplan für Aus- und Weiterbildung de finierten Maßnahmen ist vorgesehen, um eine Attraktivierung der PV-Branche als Arbeitge ber in einem innovativen und nachhaltigen Umfeld voranzutreiben. Durch geeignete Initia tiven von Wirtschaft, Arbeitnehmer:innenvertretung, PV-Branchenvertretung und der For schung sollen qualifizierte Fachkräfte gesichert, branchenübergreifendes Arbeiten geför dert und der Bedarf einer PV-Lehre evaluiert werden. Eine bessere Ausstattung der Schulen mit Lehrmaterialien, eine verstärkte Schulung der Ausbildner:innen und mehr Schulungs standorte für qualifizierte Ausbildungen sollen geschaffen werden. Österreichische Photovoltaik-Strategie 31 von 44
6.6 Aktionsfeld „Forschung-Technologie-Innovation (FTI)“ Durch Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprogramme werden neue PV-Technolo gien und Komponenten entwickelt und bestehende verbessert, damit diese nachhaltiger und effizienter gestaltet werden können. Gleichzeitig werden weitere PV-Anwendungsbe reiche erschlossen, um PV-Lösungen in ein zukunftsfittes Energiesystem integrieren zu kön nen. Dies ermöglicht ein sinnvolles Energiemanagement und gewährleistet Energieflexibili tät im nationalen und regionalen Energiesystem. Hierfür ist die Digitalisierung von Energie infrastrukturen und das Zusammenwirken von Hardware, Regulierung und Software aus schlaggebend. PV muss mit anderen erneuerbaren Technologien der Umwandlung und Speicherung von Energie agieren können, um Synergien und Potentiale zu heben. Innova tive PV-Lösungen sind somit für die Elektrifizierung wie auch Wärmeversorgung entschei dend für das Erreichen der Klima- und Energieziele. Dabei soll die Umsetzung und Verbrei tung von Forschungsergebnissen in die Praxis unter Einbeziehung verschiedenster Sektoren sowie der öffentlichen Bedarfsträger in praxisnahe Lernumgebungen erfolgen. Die Zusam menarbeit der Wissenschaft und Forschung mit den produzierenden und innovativen Un ternehmen ist in Österreich grundsätzlich gut entwickelt und soll für die Anforderungen des stark steigenden globalen PV-Marktes weiter gestärkt werden.
6.6.1 Maßnahmen
6.6.1.1 PV-Forschung im FTI-Schwerpunkt „Energiewende“ Die Energieforschung im Rahmen des nationalen FTI-Schwerpunkts „Energiewende“ hat das Ziel, Lösungen zur Erreichung der Klimaneutralität 2040 zu entwickeln und zu demonstrie ren. Dies geschieht durch die Erforschung und Entwicklung klimafreundlicher Energietech nologien und -komponenten „Made in Austria“. Dadurch werden die Technologiekompe tenzen sowie der Innovationsstandort Österreich bei gleichzeitiger Verbesserung der Ex portchancen gestärkt. Der Umsetzungsplan des FTI-Schwerpunkts „Energiewende“ konkre tisiert hierbei auch die Ziele des Nationalen Energie- und Klimaplans durch die gesetzten Innovationsziele. 32 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie
6.6.1.2 PV-Kreislaufwirtschaft & Produktion Österreichische Unternehmen sollen – unterstützt durch nationale und transnationale FTI- Aktivitäten – in die Lage gebracht werden, an den solaren Wertschöpfungsketten der Zu kunft partizipieren zu können. Dafür ist nicht nur Ressourceneffizienz, sondern auch Halt barkeit, Reparaturmöglichkeit, Nachnutzung und Wiederverwertung von PV-Komponenten ein essentielles Forschungs- und Entwicklungsthema. Ergebnisse der FTI müssen allen Be darfsträgern zugutekommen und bis in die Bildung und Ausbildung diffundieren.
6.6.1.3 Transnationale Initiativen Transnationale FTI-Initiativen sind ein wichtiger Baustein der Energieforschung für Techno logie- und Lösungsanbieter sowie Forschungseinrichtungen. Dazu zählt die Mitwirkung der heimischen Expert:innen und Unternehmen in Technologieprogrammen der Internationa len Energieagentur (IEA) wie das IEA Photovoltaic Power Systems Programme (PVPS), um die internationale Zusammenarbeit zu fördern. Zusätzlich sind Aktivitäten im Strategieplan für Energietechnologie (SET) und im EU-Rahmenprogramm essenziell für die heimischen Forschungsakteur:innen um Fachwissen, zusätzliche Ressourcen und Netzwerke aufzu bauen. EU-Partnerschaften wie die Clean Energy Transition (CET) Partnership haben als mul tilaterale Partnerschaften der Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprogramme (FEI) zum Ziel, die Energiewende zu beschleunigen und den transnationalen Austausch zu för dern.
6.6.1.4 Schnittstellen zu anderen nationalen Forschungsschwerpunkten Die PV-Forschung ist nicht allein auf den FTI-Schwerpunkt Energiewende beschränkt. Im na tionalen FTI-Pakt der Bundesregierung gibt es strategische Schwerpunkte und Maßnahmen in den weiteren FTI-Schwerpunkten Klimaneutrale Stadt, Kreislaufwirtschaft & Produktion und Mobilitätswende, die ebenfalls PV-bezogene Fragestellungen und Querschnittsthemen beinhalten. Ausschlaggebend ist, dass sowohl die PV-Anwendung, als auch die Interopera bilität in allen potentiellen Anwendungsfeldern mitgedacht werden. Österreichische Photovoltaik-Strategie 33 von 44
6.7 Aktionsfeld „Partizipation“ Die durch die PV-Nutzung ermöglichte Erzeugung am Ort des Bedarfs bringt einen direkten Mehrwert für Bürger:innen. Ein intensives persönliches Engagement bei der Energiebereit stellung bildet oft den Ausgangspunkt für umfassendere Überlegungen und ein gesteigertes Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Photovoltaik als die dezentralste Form der Energieaufbrin gung kann bei nahezu jedem Haushalt und jedem Betrieb eingesetzt und der Strom unmit telbar vor Ort genutzt werden. Mit der Schaffung von vier Förderkategorien im Erneuerba ren-Ausbau-Gesetz wurde dabei bereits ein entsprechender Rahmen vorgegeben, um An lagen in unterschiedlichen Größenordnungen zu fördern und vor allem auch kleinen und mittleren Anlagen entsprechende Marktchancen zu bieten. Mit dem erfolgreichen Start der Energiegemeinschaften wurde ein Impuls in diesem Kon text gesetzt. Eine eigens eingerichtete „Österreichische Koordinationsstelle für Energiege meinschaften“ unterstützt gemeinsam mit den Energieberatungsstellen der Bundesländer den Prozess der Einführung dieses neuen Energiemarktmodells und steht als Informations plattform allen Bürger:innen zur Verfügung. Mit den weiteren Stufen der Förderung von Energiegemeinschaften seitens des Klima- und Energiefonds wurde ein erster Schritt in Richtung höherer Energieautonomie der Gemeinschaft eingeleitet.
6.7.1 Maßnahmen
6.7.1.1 Maßnahmen zur verstärkten Partizipation von Bürger:innen Bei Förderungen und Anreizen für PV-Anlagen ist darauf zu achten, dass die dezentrale Nut zung erneuerbarer Energie gestärkt wird. Anreize für lokales Lastmanagement und die di rekte Nutzung des PV-Stroms aus Überschuss-Einspeiseanlagen vor Ort sind sinnvoll. Es kann nicht zu jeder Zeit die gesamte Überschussleistung in das öffentliche Netz übertragen werden, zumal bei weiter voranschreitendem Ausbau der PV in Österreich und Europa zu Zeiten starker PV-Erzeugung der Bedarf an Strom aus dem Netz generell gering ist und die Preise niedrig oder sogar negativ werden. Als Basis für einen gemeinschaftlichen PV-Ausbau und zellulärer Stromstrukturen sollen die in Österreich erfolgreich gestarteten Modelle der Energiegemeinschaften (EGs) und Ge meinschaftlicher Erzeugungsanlagen (GEA) weiter vorangetrieben werden. Dies ist durch Speicherung und andere Flexibilitätsmaßnahmen des Verbrauches sowie echtzeitfähiges 34 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie Betriebsmonitoring und Steuerung möglich. Es sollen entsprechende Anreize gesetzt wer den, um diese Formen der Energiegemeinschaften weiterzuentwickeln. Die fortlaufende Di gitalisierung der Marktkommunikation wird dazu beitragen, dass PV-Anlagenbetreiber:in nen an verschiedenen Strom- und Flexibilitätsmärkten direkt oder in gepoolter Form teil nehmen. Im Bereich der Energieanwendungen muss die Digitalisierung weiter vorangetrie ben werden. Smarte und einfach zu bedienende Energiemanagementlösungen in Haushalt und Unternehmen sollen dazu etwa durch entsprechende Programme weiterentwickelt werden. Dadurch werden die Hürden der aktiven Teilnahme an der Energiewende für alle Bürger:innen reduziert. Die Weiterentwicklung hinsichtlich „aktiver Kunde“ setzt nicht mehr die Gründung eines eigenen Rechtssubjekts voraus, sondern ermöglicht die Zusam menarbeit aktiver Kund:innen lediglich auf Basis einer privaten Vereinbarung.24 Auch wer den die Kund:innen Möglichkeiten erhalten ihre Stromverträge variabler zu gestalten. 24 Gemeint sind damit Kund:innen, welche über Speicher- oder Erzeugungsanlagen verfügen und nunmehr auch das Recht haben sollen, zu viel erzeugte Energie an andere Verbraucher:innen abzugeben oder die in gemeinsamen Anlagen erzeugte erneuerbare Energie gemeinsam zu nutzen. Österreichische Photovoltaik-Strategie 35 von 44 7 Zusammenfassung Photovoltaik ist eine der Schlüsseltechnologien für das Erreichen der Klimaneutralität. In den letzten Jahren konnte sich diese Technologie in der Energiewirtschaft etablieren, was durch das Erreichen erster bedeutender Anteile an der Stromversorgung, aktuell etwa 10 %, sichtbar ist. Neben der Kostendegression der photovoltaischen Komponenten ist dies auf Ausbau und Optimierung des Fördersystems und den sukzessiven Abbau bürokratischer Hürden zurückzuführen. Dennoch steht Photovoltaik erst am Beginn einer viel weitreichenderen Entwicklung, zumal der Elektrizitätssektor stark an Bedeutung gewinnen wird und Photovoltaik gemeinsam mit anderen Erneuerbaren Technologien sowie der intensiven Nutzung von Flexibilitäten inklu sive Speicher einen wesentlichen Pfeiler der gesamten österreichischen Energieversorgung bilden wird. Es ist daher wesentlich, diesen weiteren Ausbau mit all seinen technischen, wirtschaftli chen, regulatorischen und sozialen Aspekten optimal zu planen und aktiv zu begleiten, wo für dieses Dokument eine wesentliche Leitlinie darstellt. 36 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie Abbildungsverzeichnis Abbildung 1 Photovoltaik-Ausbau bis 2030 ........................................................................... 7 Abbildung 2: Photovoltaik Ausbaupotential in Österreich bis 2040 .................................... 13 Abbildung 3: Ziel, Aktionsfelder und Maßnahmen für den Photovoltaik Ausbau in Österreich bis 2040 .............................................................................................................. 17 Österreichische Photovoltaik-Strategie 37 von 44 Literaturverzeichnis A Green Deal Industrial Plan for the Net-Zero Age, Communication from the Commission to the European Parliament, the European Council, The Council, the European Economic and social Committee and the Committee of the regions, Brussels, 1.2.2023 Aktionsplan Netzanschluss 2023, E-Control, Version 1.0.vom 5.7.2023 Bundesgesetz über den Ausbau von Energie aus erneuerbaren Quellen (Erneuerbaren- Ausbau-Gesetz – EAG) vom 1.1.2022 Bundesgesetz, mit dem das Wohnungseigentumsgesetz 2002 geändert wird (WEG- Novelle 2022) Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) e.V., Solarparks - Gewinne für die Biodiversität, 2019 E-Control, AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Technische Universität Wien (TU Wien), Forschungsstelle für Energiewirtschaft FfE, Flexibilitätsangebot und -nachfrage im Elektrizitätssystem Österreichs 2020/2030, Februar 2022 ElWG – Elektrizitätswirtschaftsgesetz, ersetzt das Elektrizitätswirtschafts- und - organisationsgesetz (ElWOG), dient u. a. der Umsetzung der Strombinnenmarktrichtlinie 2019/944 der EU sowie der Erneuerbaren-Richtlinie 2018/2001 EU-„Fit für 55“, im Rahmen des europäischen Grünen Deals vorgelegtes Paket, Europäische Kommission, 14. Juli 2021 EU Ökodesign-Richtlinie, Directive 2009/125/EC of the European Parliament and the Council, Establishing a framework for the setting of Eco-Design requirements for energy- related products, Brussels 21 October 2009 Hackner, Johannes, EPOOL, Bundesverband PV Austria, Handlungsanleitung für die Errichtung von PV-Anlagen im Auftrag des Klima- und Energiefonds April 2023 SCHWERPUNKT: Netzanschluss, Klima- und Energiefonds April 2023 38 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie Hackner, Johannes, EPOOL, Bundesverband PV Austria, Studie „Anschluss erneuerbare Energien“ Beschreibung und Analyse von Hemmnissen für den Anschluss und Betrieb von Stromerzeugungsanlagen mit Schwerpunkt Photovoltaik sowie Verbesserungsvorschläge im Auftrag des Klima- und Energiefonds, März 2023 Hampl Nina et al., Uni Klagenfurt und WU Wien, Erneuerbare Energien in Österreich 2023 Der jährliche Stimmungsbarometer der österreichischen Bevölkerung zu erneuerbaren Energien Innovative Energietechnologien in Österreich, Marktentwicklung 2023, P. Biermayr et al., Bundesministerium für Klimaschutz 2024 Integrierter nationaler Energie- und Klimaplan für Österreich Periode 2021-2030, Stand: 3. Juli 2023 - ENTWURF zur öffentlichen Konsultation Integrierter österreichischer Netzinfrastrukturplan, Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) 2023 – Entwurf zur Stellungnahme, Stand: 7. Juli 2023 Just Transition, Aktionsplan Aus- und Weiterbildung, Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, Wien 2023 Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik, ÖGUT, Methoden zur Förderung sozialer Innovation Im Kontext der Energiewende, SinnEnergytrans, Methodensteckbrief, Wien September 2019 Peschl Rolf et al., Solarparks - Gewinne für die Biodiversität, Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) e.V., Berlin 2019 RED III, RICHTLINIE (EU) 2023/2413 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 18. Oktober 2023 zur Änderung der Richtlinie (EU) 2018/2001, der Verordnung (EU) 2018/1999 und der Richtlinie 98/70/EG im Hinblick auf die Förderung von Energie aus erneuerbaren Quellen und zur Aufhebung der Richtlinie (EU) 2015/652 des Rates REPowerEU-Plan, Communication from the Commission to the European Parliament, the European Council, The Council, the European Economic and social Committee and the Committee of the regions, Brüssel, 18.5.2022 Österreichische Photovoltaik-Strategie 39 von 44 Richtlinie (EU) 2019/944 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juni 2019 zu gemeinsamen Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt und zur Änderung der Richtlinie 2012/27/EU vom 5. Juni 2019 Umweltförderungsgesetz – UFG, Bundesgesetz über die Förderung von Maßnahmen in den Bereichen der Wasserwirtschaft, der Umwelt, der Altlastensanierung des Flächenrecyclings, der Biodiversität und zum Schutz der Umwelt im Ausland sowie über das österreichische JI/CDM-Programm für den Klimaschutz Verordnung (EU) 2022/2577 zur Festlegung eines Rahmens für einen beschleunigten Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien, Amtsblatt der Europäischen Union, vom 22. Dezember 2022 40 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie Abkürzungen BMK Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie EAG Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz EABG Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz EG Energiegemeinschaften ElWG Elektrizitätswirtschaftsgesetz GEA Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen GW Gigawatt IEA Internationale Energieagentur PV Photovoltaik NIP Integrierter österreichischer Netzinfrastrukturplan NZIA Net Zero Industry Act TW Terawatt TWh Terawattstunde UVP Umweltverträglichkeitsprüfung Österreichische Photovoltaik-Strategie 41 von 44 42 von 44 Österreichische Photovoltaik-Strategie Österreichische Photovoltaik-Strategie 43 von 44 Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie Radetzkystraße 2, 1030 Wien +43 (0) 800 21 53 59 servicebuero@bmk.gv.at bmk.gv.at