Ordinance on forest reserves and special forest areas
صدر في 2000-11-21 · النص بتاريخ 2026-10-01
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عن هذا القانون
- العنوان الأصلي
- Verordnung vom 21. November 2000 über Waldreservate und Sonderwaldflächen.
- اللغة
- German
- النوع
- لائحة
- المنظمة
- European Union
- الدولة
- ليختنشتاين
- الموضوعات
- Forestry
- الكلمات المفتاحية
- forest management/forest conservation, forest species, forestry protection measures, public forest, private forest, classification/declassification, enforcement/compliance, offences/penalties, seeds/planting material
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921.013 1 Liechtensteinisches Landesgesetzblatt Jahrgang 2000 Nr. 230 ausgegeben am 29. November 2000 Verordnung vom 21. November 2000 über Waldreservate und Sonderwaldflächen Aufgrund von Art. 12 und Art. 52 des Waldgesetzes vom 25. März 1991, LGBl. 1991 Nr. 421, verordnet die Regierung: I. Allgemeine Bestimmungen Art. 1 Zielsetzung Waldreservate (WR) und Sonderwaldflächen (SWF) bezwecken: a) die Erhaltung von ökologisch besonders wertvollen Waldlebensge meinschaften und deren Schutz vor schädlichen Eingriffen; b) die Gewährleistung langfristig ungestörter natürlicher Prozesse und dynamischer Entwicklungen; c) den Schutz und die Erhaltung von Waldflächen mit besonders wert vollen Naturwerten oder Kulturzeugnissen; d) den Schutz und die Erhaltung von seltenen Pflanzen- und Tierarten sowie des natürlichen Genpotentials; e) den Schutz und die Pflege von ökologisch wertvollen Waldformen oder Beibehaltung von ökologisch wertvollen waldbaulichen Betriebsarten; f) die Ermöglichung der naturwissenschaftlichen und waldbaulichen For schung; oder 1 LR 921.0 921.013 Forstwesen 2 g) die Achtung des Erkenntnispotentials und Inspirationswertes vom Menschen unbeeinflusster Wälder. Art. 2 Strategie Die Sicherstellung der Natur- und Landschaftsschutzfunktion des Waldes auf der Grundlage der Waldentwicklungsplanung soll durch eine integrale Strategie zur Förderung der Biodiversität gewährleistet werden. Als konkrete Umsetzungsinstrumente stehen zur Verfügung: a) die Anwendung der Verfahren des naturnahen Waldbaus als Grund nutzung auf der gesamten bewirtschafteten Waldfläche aufgrund der Betriebspläne; b) die Erhaltung, die Pflege und der Schutz von besonders schützens werten Kleinlebensräumen auf Waldflächen mit vorrangiger Holz produktions-, Schutz- und Erholungsfunktion aufgrund der Betriebs pläne; c) die Ausscheidung von Waldreservaten und Sonderwaldflächen, insbe sondere auf Waldflächen mit vorrangiger Natur- und Landschafts schutzfunktion, gemäss den nachfolgenden Bestimmungen. Art. 3 Begriffe 1) Waldreservate und Sonderwaldflächen umfassen Wälder mit auf Dauer vereinbarten spezifischen Schutz- und Waldentwicklungszielen und langfristig festgelegten Pflege-, Bewirtschaftungs- und Unterhalts massnahmen. 2) Im Sinne dieser Verordnung bedeuten: a) "Waldreservate": Waldflächen mit vorrangiger Natur- und Land schaftsschutzfunktion, welche der ungestörten, dynamischen Entwick lung überlassen werden und in denen jegliche menschliche Aktivitäten unerwünscht sind. Ausgenommen bleiben die Jagd sowie dringende minimale Massnahmen zur Erhaltung der Schutzfunktion, zur Verhin derung von Gefährdungen oder zur Anlage standortgebundener Infra struktureinrichtungen, sofern deren Anlage das Schutzziel des Waldre servates nicht beeinträchtigt; b) "Sonderwaldflächen": Waldflächen mit vorrangiger Natur- und Land schaftsschutzfunktion, auf welchen der Schutz besonders schützens Forstwesen 921.013 3 werter Pflanzen- und Tierarten, die Erhaltung ökologisch besonders wertvoller Waldformen mit bedeutsamen Naturwerten oder Kultur zeugnissen oder die Beibehaltung einer speziellen waldbaulichen Be triebsart entsprechend dem jeweiligen Schutz- und Waldentwicklungs ziel spezifische Massnahmen erfordern. 3) Als Sonderwaldflächen gelten in Einzelfällen auch Waldflächen mit anderen Vorrangfunktionen und gleichzeitig besonders hoher Natur schutzbedeutung, auf denen entsprechend dem Schutz- und Waldentwick lungsziel spezifische Massnahmen notwendig sind. Art. 4 Voraussetzungen 1) Für jedes Waldreservat und jede Sonderwaldfläche ist ein Kennblatt anzulegen, welches insbesondere folgende Angaben enthält: a) allgemeine Beschreibung einschliesslich Planausschnitt; b) Schutzstatus und Schutzbedeutung; c) Schutz- und Waldentwicklungsziel; d) Zielkonflikte mit anderen Nutzungsinteressen; e) Art und Umfang von Pflege-, Bewirtschaftungs- und Unterhaltsmass nahmen; f) Art und Umfang der Beobachtung der Waldentwicklung und Über prüfung der Zielerreichung; g) Höhe des Entschädigungsanspruches für den Nutzungsverzicht und des Abgeltungsanspruches für die spezifischen Durchführungsmass nahmen. 2) Das Kennblatt ist von der Regierung nach Rücksprache mit dem jeweils zuständigen Waldeigentümer zu genehmigen. 3) Eine Überprüfung der Angaben auf dem Kennblatt bezüglich all fällig notwendiger Ergänzungen oder Änderungen hat entweder perio disch alle zwölf Jahre oder nach Eintreten eines Ereignisses mit massgeb lichen Auswirkungen auf das Schutz- und Waldentwicklungsziel zu erfolgen. Änderungen im Kennblatt eines Waldreservates oder einer Son derwaldfläche betreffend Schutz- und Waldentwicklungsziel sowie Art und Umfang von Pflege-, Bewirtschaftungs- und Unterhaltsmassnahmen können nur im Einvernehmen zwischen Regierung und Waldeigentümer vorgenommen werden. 921.013 Forstwesen 4 4) In Waldreservaten und Sonderwaldflächen sind alle Einwirkungen auf den Waldlebensraum soweit einzuschränken, dass das ökologische Leistungsvermögen nicht beeinträchtigt und die tragbare Belastungs grenze sowie das Selbstregulierungsvermögen des Waldes nicht überstie gen werden. II. Ausscheidung von Waldreservaten und Sonderwaldflächen Art. 51 Verzeichnis der Waldreservate und Sonderwaldflächen Die Regierung scheidet im Einvernehmen mit dem jeweiligen Wald eigentümer folgende Waldflächen als Waldreservate oder Sonderwaldflä chen aus: Name Waldeigentümer (Gemeinden, Bürger- und Alp genossenschaften, Fürstl. Domäne) Schutzstatus und Flächen anteil (ha) Schutzbedeu tung WR SWF lokal (L) national (N) Alta Bach BG Balzers BG Triesen 1.2 2.3 N Balzner Neugut BG Balzers 2.5 N Balzner Rheinau BG Balzers 12.8 L Bim Hensile Ruggell Schellenberg 12.9 0.7 L Fuermazög Eschen 26.5 N Gampriner Au Gamprin 7.5 N Ganada Gamprin 2.0 2.0 N 1 Art. 5 abgeändert durch LGBl. 2007 Nr. 122. Forstwesen 921.013 5 Name Waldeigentümer (Gemeinden, Bürger- und Alp genossenschaften, Fürstl. Domäne) Schutzstatus und Flächen anteil (ha) Schutzbedeu tung WR SWF lokal (L) national (N) Gantenstein Eschen Gamprin Mauren Schellenberg 1.1 0.1 0.5 0.8 N Garsälli/ Zegerberg BG Balzers Planken Triesenberg Alpg. Guschgfiel 279.4 186.7 429.7 26.1 N Guschg/Nachtsäss Alpg. Guschg 26.1 L Hälos BG Triesen 6.5 N Hinter Bärgwald/ Heubüal BG Triesen Triesenberg 1.3 43.2 22.5 N Hochwuerza Mauren 14.2 N Malanser/ Lotzagüetli Eschen Gamprin 6.2 1.9 L Maschera BG Triesen 60.0 L Messweid BG Triesen 8.2 L Mittagsspitze BG Balzers BG Triesen 97.5 115.6 N Moggawald/ Schwarzwald Vaduz 89.7 N Plattawald/ Bleika Schaan 72.6 N Pradamee Alpg. Vaduzer Malbun 19.6 L 921.013 Forstwesen 6 Name Waldeigentümer (Gemeinden, Bürger- und Alp genossenschaften, Fürstl. Domäne) Schutzstatus und Flächen anteil (ha) Schutzbedeu tung WR SWF lokal (L) national (N) Retta Alpg. Gritsch Triesen 3.2 4.2 L Rinderwald Triesen 16.5 N Ruggeller Rheinau Ruggell 12.4 14.7 N Säliwald Triesenberg Vaduz 12.0 13.5 N Schlosswald Fürstl. Domäne 49.0 N Stachler Wald Alpg. Guschg 37.9 N Steger Bach Alpg. Guschg Alpg. Gritsch Alpg. Gross-Steg Triesenberg 0.8 0.8 2.9 1.9 N Unterau Eschen Schaan 0.4 2.5 L Art. 6 Entschädigung, Finanzhilfe 1) Eigentümer von Waldreservaten und Sonderwaldflächen haben An spruch auf Entschädigung für den Verzicht auf die bisherige tatsächliche oder die zukünftig optionale Nutzung des Waldes. Forstwesen 921.013 7 2) Die Kosten für die erforderlichen Pflege-, Bewirtschaftungs- und Unterhaltsmassnahmen werden vom Land getragen.1 3) Aufgehoben2 III. Schlussbestimmungen Art. 7 Aufhebung bisherigen Rechts Art. 15 bis 18 der Verordnung vom 21. Februar 1995 über Umfang und Leistung von Abgeltungen und Finanzhilfen im Rahmen des Wald gesetzes, LGBl. 1995 Nr. 62, werden aufgehoben. Art. 8 Inkrafttreten 1) Diese Verordnung tritt am Tage der Kundmachung in Kraft. 2) Das Verzeichnis der Waldreservate und Sonderwaldflächen gemäss Art. 5 gilt bis zum 31. Dezember 2020. Ohne gegenseitige Mitteilung betreffend Kündigung der Ausscheidung einer Fläche als Waldreservat oder als Sonderwaldfläche mindestens ein Jahr vor Ablauf dieser Gültig keitsdauer seitens der Regierung oder eines Waldeigentümers erneuert sich die Ausscheidung gemäss Art. 5 für weitere 20 Jahre. Fürstliche Regierung: gez. Dr. Mario Frick Fürstlicher Regierungschef 1 Art. 6 Abs. 2 abgeändert durch LGBl. 2007 Nr. 122. 2 Art. 6 Abs. 3 aufgehoben durch LGBl. 2007 Nr. 122.